

177 Sanderling
Calidris alba E Sanderling
F Bécasseau sanderling

Kennzeichen
Gew. 55 g. Dieser kleine, kurzbeinige und lebhafte Strandläufer steht in der Größe zwischen Alpen- und Zwergstrandläufer. Der kurze gerade Schnabel und die Beine sind schwarz. Im Prachtkleid sind Rücken und Brust bräunlich mit dunklen Flecken, die Unterseite ist immer weiß abgesetzt. Im Spätsommer sind Gesicht und Brust noch rotbraun gefleckt, der Rücken ist hellfleckig. Das Schlichtkleid ist sehr hell, bis auf den schwarzen Flügelbug und eine lichtgraue Tönung der Oberseite sogar weiß. Im Flug auffällig, zeigt sich ein helles Flügelband, bei Vögeln im Winterkleid ist der Vorderflügel schwarz. Die Vögel verteidigen z. T. auch im Winterquartier Nahrungsreviere an der Küste. Sonst sind sie gesellig, oft wenig scheu: Die Fluchtdistanz beträgt dann nur wenige Meter. Bei der Nahrungssuche im Spülsaum sind sie ständig in lebhafter Bewegung, weichen den ankommenden Wellen in raschem Lauf aus. Die Flugmanöver von Trupps sind ebenso streng koordiniert wie beim Alpenstrandläufer, sie zeigen aber nicht so abrupte Wendungen, die Trupps sind kleiner.
Verbreitung und Lebensraum
Der Sanderling bewohnt als Brutvogel hocharktische Küsten und Inseln der Alten und Neuen Welt, z. B. auf Taimyr und Grönland. Er brütet in der steinigen Flechtentundra. Er überwintert an westeuropäischen Küsten, vagabundiert aber bis in die Tropen und auf die Südhalbkugel, manche Vögel übersommern dort auch. In Mitteleuropa ist er als lebhafter Bewohner des Spülsaums an den Sandstränden häufig, dagegen selten im Binnenland. Die Winterpopulation hat in den vergangenen 25 Jahren zugenommen -- vielleicht infolge der milden Winter.
Gesang
Der Gesang ist ein anhaltendes, in Phrasen aufgelöstes Trillern, teils auch wie ein abfallendes Lachen; er erinnert etwas an den Gesang des Wendehalses. Die Umschreibungen lauten »twi-twi...«, »drrüh...« oder mehrsilbig »drüjüjüh...« u. ä; er kann auch mit »krürr-krürr...« (a) umschrieben werden und erinnert im Klang etwas an den trillernden Gesang der Wechselkröte. Die einzelnen Phrasen haben eine Länge von ca. 0,5 s. Beim Landen geht diese Folge in eine Form über, die dem Meckern der Bekassine ähnelt und wie ein heiseres »gre-gre...« klingt. Er wird vorwiegend im schwirrenden Singflug vorgetragen, der in geringer bis mittlerer Höhe in Kurven über das Revier führt und vielleicht mehr der Werbung als der Reviermarkierung dient. Gesang ist von rastenden Durchzüglern nur selten und unvollkommen, aber auch im Brutgebiet nicht regelmäßig und nur bei gutem Wetter zu hören.
Rufe
In der Hauptsache werden sie als kurzes einsilbiges »pit« (b R1), »tjick«, »twik«, »zink«, sperlingsartig »tschilp« oder kurz »ti« umschrieben, z. T. auch knapp zweisilbig »tiwick«, »quäquä« oder »quäqui«. Beim Abflug werden sie mehrfach gereiht. Die aus einem Nahrung suchenden Trupp erklingenden Rufe variieren erheblich in ihrer Struktur, wohl intensitätsabhängig (b R1). Zu hören sind dabei auch dreiteilige »kekeke«.

Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte
- 155 Regenbrachvogel
- 156 Großer Brachvogel
- 157 Uferschnepfe
- 158 Pfuhlschnepfe
- 159 Waldschnepfe
- 160 Zwergschnepfe
- 161 Doppelschnepfe
- 162 Bekassine
- 163 Odinshühnchen
- 164 Thorshühnchen
- 165 Flussuferläufer
- 166 Dunkler Wasserläufer
- 167 Rotschenkel
- 168 Teichwasserläufer
- 169 Grünschenkel
- 170 Waldwasserläufer
- 171 Bruchwasserläufer
- 172 Terekwasserläufer
- 173 Kampfläufer
- 174 Steinwälzer
- 175 Sumpfläufer
- 176 Knutt
- 177 Sanderling
- 178 Zwergstrandläufer
- 179 Temminckstrandläufer
- 180 Sichelstrandläufer
- 181 Meerstrandläufer
- 182 Alpenstrandläufer