Ordnung Charadriiformes – Wat-, Alken- und Möwenvögel
Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte

157 Uferschnepfe

Limosa limosa

E Black-tailed Godwit
F Barge à queue noire

vogel

Kennzeichen

Gew. 290 g. Die Uferschnepfe ist ein langschnäbliger und langbeiniger Watvogel. Im sommerlichen Prachtkleid ist der Schnabel orange mit dunkler Spitze, Kopf und Brust sind lebhaft rostbraun, der Bauch hell mit schwarzer Sperberung. Das weist ein ausgedehnteres und reineres Rostbraun auf als das . Rücken und Flügeldecken sind gefleckt, die Beine dunkel. Im winterlichen Schlichtkleid sind die Vögel einheitlich graubraun mit hellem Schnabelgrund. In allen Kleidern ist der Schwanz an der Basis weiß mit breiter schwarzer Endbinde; ein breites weißes Band zieht sich auch durch den ausgebreiteten Flügel (beides im Gegensatz zur Pfuhlschnepfe). Die Füße ragen im Flug weit über das Schwanzende hinaus: große Fußprojektion. Nur zur Brutzeit sind die Vögel etwa neun Wochen lang territorial. Sonst sind sie sehr gesellig, auch noch bei der Ankunft an den Brutplätzen und schon wieder beim Abzug von hier. Oft leben sie in enger Brutnachbarschaft mit anderen Watvögeln.


Verbreitung und Lebensraum

Uferschnepfen brüten im nördlichen Mitteleuropa und in Osteuropa. Sie überwintern an den atlantischen Küsten Westeuropas, im Mittelmeergebiet und in Mittelafrika. Das Brutvorkommen liegt auf feuchten Wiesen, in Sümpfen und an flachen Küsten. Die Nahrungssuche findet nur zur Brutzeit im Grünland statt, sonst bevorzugt im Flachwasser. In Mitteleuropa ist die Art als Brutvogel im Feuchtgrünland fast überall gefährdet oder schon ausgestorben. Obwohl die Altvögel gut überleben, sind die Bruterfolge schlecht. Die Erhöhung der Wasserstände kann hilfreich sein.


Gesang

Der Gesang wird vorzugsweise im Flug vorgetragen: ein anhaltend gereihtes, gellend lautes »grütto-grütto...«, was dem holländischen Namen entspricht, aber exakter mit »toojo-grüit-toojo-grüit...« umschrieben wird (a G1). Andere Individuen singen mehr wie »gruitugruitu...« oder »dju‘udüit-dju‘udüit...« usw. Daneben gibt es abwechselnd ein einfacheres Motiv wie »üüit-üüit...« (b G2). Der Singflug findet in relativ großer Höhe von ca. 50 m statt. Dabei folgen die ruckartigen Flügelschläge mit deutlichen Abständen aufeinander, der Körper, in asymmetrischer Haltung, wird zuweilen von einer auf die andere Seite geworfen. Am Ende folgt ein steiler Sturzflug und eine Landung imponierend mit hochgereckten Flügeln.


Rufe

Der Flugruf außerhalb der Brutzeit lautet nasal »geg« oder »gerreg«, einzeln oder gereiht. Bei Alarm gegenüber einer Krähe im Revier hört man eine zusammengesetzte Elementfolge wie »hi-dädädädä-dit«. Sonst rufen sie bei Störung ein einfacheres nasales »gui« (d R2) oder »gui-it«, ein schnelles »gididirr« (c R1) oder nach Anstieg gedehnt abfallend »dijääh« bzw. »guiiächi« mit eingefügtem nasalem Schleiflaut (d R2). Die Einzelrufe können auch miteinander kombiniert werden. Bei territorialen Auseinandersetzungen im Frühjahr hört man häufig ein anhaltendes und lautes schnelles »witewite...« oder »ta-rit-ta-rit...«, das oft in Gesang übergeht.


Instrumentallaute

Für die Uferschnepfe wird ein geräuschhafter Sturzflug des gegenüber dem beschrieben.