

171 Bruchwasserläufer
Tringa glareola E Wood Sandpiper
F Chevalier sylvain

Kennzeichen
Gew. 65 g. Dies ist ein zartgliedriger Wasserläufer mit warm dunkelbrauner Oberseite, die kräftig weiß gefleckt ist. Bezeichnend ist auch ein schwacher Überaugenstreif. Im Flugbild ist die weiße Färbung der Oberseite auf den Bürzel beschränkt (viel weniger ausgedehnt und leuchtend als beim Waldwasserläufer). Der Flug ist schnell und wendig. Beim Stehen sind häufige ruckartige Auf- und Abbewegungen mit Kopf und Körper bezeichnend. Während des Zuges sind die Vögel gesellig und tun ihre Anwesenheit häufig durch Rufe kund.
Verbreitung und Lebensraum
Sie sind Brutvögel in Nordeuropa und im nordöstlichen Mitteleuropa, sonst Durchzügler. Sie halten sich gern in der niedrigen Verlandungsvegetation am Süßwasser auf und brüten in Hochmooren mit offenen Wasserflächen. Auf dem Durchzug sind sie ökologisch wenig spezialisiert.
Gesang
Es handelt sich um ein schnelles, nicht besonders melodisches »trihte-trihte...«, »tridlu-tridlu...«, »tühile tühile...« oder »düli dülia tlia tlia...«, »ditrü ditrü...« (a G1) o. ä., in größerer Höhe im Singflug vorgetragen. Es erinnert von Ferne an Phrasen aus dem Gesang der Heidelerche. Zwischen den Gesangsphasen sind einzelne »tü tü tü...« eingeschoben. Der Gesang kann mit schnatterndem schnellem »dididi...« enden. Beim kreisförmig über das Revier führenden Singflug wechseln Gleitphasen und Anstiegsphasen mit feinschlägig zitternden Flügelschlägen ab. Gesungen wird meist während der Gleitphase. Singflüge werden von beiden Partnern ausgeführt und können bis zu 45 min dauern. Zuweilen sind im Frühjahr oder Sommer auf dem Zug kurze Phrasen von rastenden Vögeln zu hören.
Rufe
Bei Störung, im Abflug und auch sonst im Flug erklingt ein charakteristisches, hell klingelndes »gib-gib-gib...« (c R1) oder »djip-djip...«, aus 1-6, meist aus 3 Elementen zusammengesetzt. Es kann sich auch wie »tschepepep...« (d R2) anhören. Das letzte Element ist zuweilen schwächer »gib-gib-güb«; es gibt auch Einzelrufe in schwacher Form wie »güb«. Bei hoher Erregung dominieren länger gereihte, sich überschlagende Varianten. Bei Alarm im Brutgebiet erschallt ein anhaltend rhythmisch gereihtes, hartes »tjip-tjip...« (b R1) oder »tjik-tjik...«. Ein gegriffener Vogel kreischt »kschrii«. Selbständige Jungvögel auf dem Zug rufen beinahe trillernd »hidüdü...«. Bei der Paarung erklingt ein hohes Trillern. Darüber hinaus bestehen weitere Rufformen.
Verwechslungsmöglichkeit
Der abfliegende Waldwasserläufer [170] ruft »tlüit-it«, der äußerlich ähnliche Bruchwasserläufer »gib-gib...«.

Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte
- 155 Regenbrachvogel
- 156 Großer Brachvogel
- 157 Uferschnepfe
- 158 Pfuhlschnepfe
- 159 Waldschnepfe
- 160 Zwergschnepfe
- 161 Doppelschnepfe
- 162 Bekassine
- 163 Odinshühnchen
- 164 Thorshühnchen
- 165 Flussuferläufer
- 166 Dunkler Wasserläufer
- 167 Rotschenkel
- 168 Teichwasserläufer
- 169 Grünschenkel
- 170 Waldwasserläufer
- 171 Bruchwasserläufer
- 172 Terekwasserläufer
- 173 Kampfläufer
- 174 Steinwälzer
- 175 Sumpfläufer
- 176 Knutt
- 177 Sanderling
- 178 Zwergstrandläufer
- 179 Temminckstrandläufer
- 180 Sichelstrandläufer
- 181 Meerstrandläufer
- 182 Alpenstrandläufer