

159 Waldschnepfe
Scolopax rusticola E Woodcock
F Bécasse des bois

Kennzeichen
Gew. 300 g. Eine taubengroße, gedrungen gebaute Schnepfe mit langem, geradem, verhältnismäßig dickem Schnabel. An dem runden Kopf sitzen seitlich große, dunkle Augen. Die Unterseite ist fein gelblich gesperbert, die Oberseite tarnfarbig bräunlich gemustert mit schwarzen Querbinden auf Kopf und Nacken. Die hellen Endflecke in den Schwanzfedern wirken von oben matt grau, von unten hell-weiß reflektierend. Die Flügel sind im Schnitt gerundet, woraus ein charakteristisch gedrungenes Flugbild mit abwärts weisendem Schnabel entsteht. Die Vögel sind Einzelgänger und dämmerungs- und nachtaktiv, sie ruhen tagsüber am Waldboden und sind leicht zu übersehen.
Verbreitung und Lebensraum
Die Waldschnepfe ist Teilzieher und Zugvogel in Mittel- und Nordeuropa. Sie überwintert in kleiner Zahl in Mitteleuropa in klimamilden Regionen, zieht aber sonst nach West- und Südeuropa. Sie wandert auch über das offene Meer. Sie bewohnt ausgedehnte, gut gegliederte Wälder, wo sie mit dem Schnabel im feuchten Boden stochernd Nahrung sucht. Nachts hält sie sich auch auf Weideland außerhalb des Waldes auf. Die Population wird immer noch bejagt, in Frankreich intensiv.
Gesang
Er besteht aus Strophen oder Motiven, die sich aus zwei ganz verschiedenen Lautformen zusammensetzen, dem »Quorren« und dem »Pitzen«. Das 2-4 Mal gereihte gutturale Quorren, mit »quor-quor-woworr«, »droog-droog« oder »groog gro-ok« umschrieben, (a G1) klingt hölzern, verhalten und bauchrednerisch und ist schwer zu orten. Daran schließt sich unmittelbar das mit geöffnetem Schnabel vorgebrachte »pitzi« oder »pitz« an. Dieses steigt sehr steil auf Werte z. T. über 10 kHz an und fällt ebenso steil wieder ab. Es weist individuelle Unterschiede auf, die aber nur sonagraphisch sichtbar gemacht werden können. Der Gesang ist fast ausschließlich im Singflug zu hören. Dabei streicht der Vogel in der Abenddämmerung in Höhe der Baumkronen über Waldwege, an Waldrändern, Schneisen und ähnlichen Randstrukturen entlang: der Schnepfenstrich. Dieser Singflug tritt in der Zeit von März bis Juli auf.
Rufe
Vom Waldboden aufgescheuchte Vögel lassen manchmal ein verhaltenes ein- oder mehrsilbiges »dsched« oder »ätsch« hören, bei hoher Erregung ein schrilles »twieht«. Daneben werden verschiedene andere Rufe genannt. Bei Aggression von im Singflug kann man ein gereihtes »pitz« hören. Das nimmt mit dem schlüpfreifen Küken im Ei mit dumpfem »gruug« oder »kor« und »gruguguk« oder »toketok« (b) Kontakt auf. Das Küken antwortet mit feinen »psi«-Rufen (b) oder leisem Trillern.
Instrumentallaute
Beim Abflug des Vogels vernimmt man zuweilen wuchtelnden, burrenden oder klatschenden Flugschall. Beim Singflug ist aus der Nähe wetzender Flügelschlag hörbar.

Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte
- 155 Regenbrachvogel
- 156 Großer Brachvogel
- 157 Uferschnepfe
- 158 Pfuhlschnepfe
- 159 Waldschnepfe
- 160 Zwergschnepfe
- 161 Doppelschnepfe
- 162 Bekassine
- 163 Odinshühnchen
- 164 Thorshühnchen
- 165 Flussuferläufer
- 166 Dunkler Wasserläufer
- 167 Rotschenkel
- 168 Teichwasserläufer
- 169 Grünschenkel
- 170 Waldwasserläufer
- 171 Bruchwasserläufer
- 172 Terekwasserläufer
- 173 Kampfläufer
- 174 Steinwälzer
- 175 Sumpfläufer
- 176 Knutt
- 177 Sanderling
- 178 Zwergstrandläufer
- 179 Temminckstrandläufer
- 180 Sichelstrandläufer
- 181 Meerstrandläufer
- 182 Alpenstrandläufer