


170 Waldwasserläufer
Tringa ochropus E Green Sandpiper
F Chevalier cul-blanc

Kennzeichen
Gew. 75 g. Dieser Wasserläufer ist kaum größer als ein Star, aber langbeinig, zugleich dunkler und gedrungener als der Bruchwasserläufer. Auf der Oberseite ist er schwarzbraun mit schwacher heller Fleckung, die Unterseite ist weiß. Der Schnabel ist kaum länger als der Kopf. Bürzel und Schwanzwurzel sind leuchtend weiß abgesetzt. Das Verhalten wirkt nervös durch ständiges Schwanzwippen, ähnlich wie beim Flussuferläufer. Der Flug erscheint unstet und zuckend. Der Vogel ist zur Brutzeit ein auf die Bäume gegangener Watvogel, er läuft geschickt auf Ästen und klettert im Gezweig der Bäume. Er ist ausgesprochen wenig gesellig, auch zur Zugzeit. Die Wanderung findet vorwiegend bei Nacht statt, was an den nächtlichen Zugrufen erkennbar wird.
Verbreitung und Lebensraum
Als Brutvogel ist er im mittleren Skandinavien und vom nordöstlichen Mitteleuropa an ostwärts verbreitet, im Westen und Süden ist er Durchzügler bzw. Wintergast. Er brütet im Sumpfwald in alten Vogelnestern, im Osten Deutschlands in kleiner Population. Er bewohnt auch baumbestandene Hoch- und Übergangsmoore. Sonst hält er sich gern an Gräben und Tümpeln auf, im Winter teilweise wochenlang an solchen Kleingewässern.
Gesang
Eine Strophe besteht aus bis zu 20 Motiven, deren jedes sich aus 2-3 Elementen zusammensetzt. Der Haupttyp, vor allem im Singflug vorgetragen, klingt wie »gägjörluid-gägjörluid...«, »kitu-wiit...«, »tetehüit« oder »djüdjüdij« (a G1). Ein zweiter Motivtyp, vorwiegend auf der Singwarte gesungen, klingt etwas anders: »deluiduid...« oder »düdelüüdüüid...« (b R2). Der Typenwechsel kann an beliebigen Stellen in der Strophe erfolgen. Der Singflug, sowohl vom als auch vom präsentiert, führt oft in sehr engen Kreisen über das Waldrevier. Dabei erfolgt wie bei den anderen Arten ein steter Wechsel zwischen Gleitphase mit Gesang und Steigphase mit Flügelschlägen. Der Singflug dient vor allem der Markierung eines Nist- und eines oft davon getrennten Nahrungsreviers.
Rufe
Außerhalb der Brutzeit beim Abflug fast immer, aber auch im Streckenflug, lassen sie charakteristische Rufe wie »tlüit«, »tjuit« oder »tjuiht« mit angehängtem ein- oder mehrsilbigem »it-it« (d R1) hören; dieses kann auch einmal 7-silbig sein. Bei Störung am Brutplatz werden intensive, rhythmisch gereihte »pik pik pik...« oder »tjik-tjik-tjik…« (c R2) ausgelöst, manchmal mit Gesangsbruchstücken untermischt (b R2). Daneben gibt es ähnliche Kontaktrufe wie »tit tit...« oder »pik-pik...«. Im Sozialkontakt mit dem Partner bzw. den eigenen Jungen überwiegen relativ leise und klangarme »di di di«, in größeren Abständen hervorgebracht.
Verwechslungsmöglichkeit
Der abfliegende Waldwasserläufer ruft »tluit-it«, der ähnliche Bruchwasserläufer [171] »gib-gib...«.

Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte
- 155 Regenbrachvogel
- 156 Großer Brachvogel
- 157 Uferschnepfe
- 158 Pfuhlschnepfe
- 159 Waldschnepfe
- 160 Zwergschnepfe
- 161 Doppelschnepfe
- 162 Bekassine
- 163 Odinshühnchen
- 164 Thorshühnchen
- 165 Flussuferläufer
- 166 Dunkler Wasserläufer
- 167 Rotschenkel
- 168 Teichwasserläufer
- 169 Grünschenkel
- 170 Waldwasserläufer
- 171 Bruchwasserläufer
- 172 Terekwasserläufer
- 173 Kampfläufer
- 174 Steinwälzer
- 175 Sumpfläufer
- 176 Knutt
- 177 Sanderling
- 178 Zwergstrandläufer
- 179 Temminckstrandläufer
- 180 Sichelstrandläufer
- 181 Meerstrandläufer
- 182 Alpenstrandläufer