


158 Pfuhlschnepfe
Limosa lapponica E Bar-tailed Godwit
F Barge rousse

Kennzeichen
Gew. 330 g. Von der nächstverwandten Uferschnepfe ist die Pfuhlschnepfe durch etwas geringere Größe, fehlendes weißes Flügelband, quer gebänderten Schwanz (statt weiß mit schwarzer Endbinde) und schwach aufwärts gebogenen Schnabel unterschieden. Das Schlichtkleid ist fahl graubraun, im Prachtkleid beim die ganze Unterseite rotbraun, beim gelblich. Die Beine sind kürzer als bei der Uferschnepfe, sie überragen im Flug den Schwanz nur wenig: man spricht von geringer Fußprojektion. Das Flugbild wirkt dadurch gedrungener. Die Vögel sind außerhalb der Brutzeit gesellig, im Watt treten sie truppweise auf. Sie fliegen z. T. in Keilformation. Einzelvögel im Binnenland sind oft wenig scheu.
Verbreitung und Lebensraum
Als Sommervogel der hochnordischen Tundren ist die Pfuhlschnepfe von Nordnorwegen in einem schmalen Gürtel durch ganz Eurasien bis Ostsibirien und Alaska verbreitet. Der Heimzug zieht sich teilweise noch bis in den Juni hinein. Dabei treten immer noch Vögel im Ruhekleid auf, wohl Nichtbrüter. Der Zug verläuft die Küsten entlang, im Binnenland werden nur geringe Zahlen festgestellt. Die Brut findet in offenen Mooren und spät schneefrei werdenden Schmelztälern statt. Im Winter halten sie sich z. T. in den Wattflächen der Nordsee und des Atlantik auf.
Gesang
Der fortlaufende Gesang besteht aus wiederholten abwechselnden Silben verschiedener Länge. Einleitende Phrase ist ein schnelles »tui-tui...« oder »gige-gige...«, anschließend ein langsameres und jodelndes »dä-gid-dä-gid...« (a G1), »dü-kie-dü-kie...«, »do-wie do-wie...« oder auch »ki-wek ki-wek...« u. ä., bei schnellem Tempo jodelnd wie »dwio dwio...«. So erinnert er an den Gesang der Uferschnepfe, aber die Elemente sind kürzer. Bei schwächerer Gesangsintensität werden auch nur Einzel-Elemente oder kleine Elementgruppen gesungen. Im Brutrevier wird er im Singflug vorgetragen. In Mitteleuropa erklingen von rastenden Vögeln oder aus dem fliegenden Trupp im Frühjahr kurze Phrasen.
Rufe
Bei Störung im Brutgebiet äußern sie spitze »ki kli« oder »gididid« (b), aus Einzel- oder Doppelelementen, oder auch länger gereiht wie »kik-kik...« oder »qui-äk...«. Dabei wird der Störenfried fliegend umrundet. Die Vögel sind außerhalb der Brutzeit oft nicht sehr ruffreudig. Einzelvögel und kleine Trupps fliegen nicht selten lautlos ab. Aus größeren Scharen vernimmt man tiefe, verhaltene Rufe wie »kurruk kurruk«. Bei allgemeiner Erregung, auch im Flug, äußern sie ein 1- bis 6-silbiges nasales »gä-däd« (c R1), auch rhythmisch aufgeteilt wie »gäga-gäga« oder »ä-wik ä-wik...«. Eine abgeschwächte Form klingt nur kurz wie »did« (d R1).
Instrumentallaute
Nicht bekannt, vgl. jedoch Uferschnepfe [157].

Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte
- 155 Regenbrachvogel
- 156 Großer Brachvogel
- 157 Uferschnepfe
- 158 Pfuhlschnepfe
- 159 Waldschnepfe
- 160 Zwergschnepfe
- 161 Doppelschnepfe
- 162 Bekassine
- 163 Odinshühnchen
- 164 Thorshühnchen
- 165 Flussuferläufer
- 166 Dunkler Wasserläufer
- 167 Rotschenkel
- 168 Teichwasserläufer
- 169 Grünschenkel
- 170 Waldwasserläufer
- 171 Bruchwasserläufer
- 172 Terekwasserläufer
- 173 Kampfläufer
- 174 Steinwälzer
- 175 Sumpfläufer
- 176 Knutt
- 177 Sanderling
- 178 Zwergstrandläufer
- 179 Temminckstrandläufer
- 180 Sichelstrandläufer
- 181 Meerstrandläufer
- 182 Alpenstrandläufer