Ordnung Charadriiformes – Wat-, Alken- und Möwenvögel
Familie Scolopacidae – Schnepfen-Verwandte

169 Grünschenkel

Tringa nebularia

E Common Greenshank
F Chevaler aboyeur

vogel

Kennzeichen

Gew. 200 g. Grünschenkel sind größer und heller als Rotschenkel, besonders im Winter beinahe so hell wie Teichwasserläufer; aber der Schnabel ist kräftiger und im Spitzenteil schwach aufwärts gebogen. Die Beine sind blassgrünlich und sehr lang. Die Brust ist im Prachtkleid kräftig gefleckt, bei Jungvögeln im ersten Jahr und im Schlichtkleid nur schwach gestrichelt. Im Flug fehlt ein weißes Flügelband; das Weiß des Bürzels reicht jedoch bis zum Vorderrücken. Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich watend, gern in relativ tiefem Wasser. Sie sind wenig gesellig, zur Brutzeit streng territorial, außerhalb oft in kleinen Trupps anzutreffen.


Verbreitung und Lebensraum

Der Grünschenkel ist ein Sommervogel in Nordeuropa, auch in Schottland, sonst in einem Gürtel durch ganz Sibirien in der Waldtundra und Tundrenregion verbreitet. Er bewohnt Moore, Sümpfe und flache Seeufer, auch in der lichten Taiga. Auf dem Durchzug in Mitteleuropa stellt er sich auf Rieselfeldern und an schlammigen Ufern ein. Er fängt Kleintiere im flachen Wasser, auch kleine Fische.


Gesang

Der anhaltende flötende Gesang kann mit »tju-i tju-i...« oder »titjüi titjüi...« (a G1) u. ä. umschrieben werden; dabei wechseln zwei verschiedene serienweise gereihte Motive sich ab. Daneben gibt es weitere ähnliche Motive. Er wird meist von einer Warte im Brutrevier oder während der Gleitphase des auf- und absteigenden Singflugs vorgetragen. Die Landephase ist oft auf das am Boden sitzende W hin orientiert. Zuweilen kommen seitliche Rollbewegungen als Komponenten des Schauflugs hinzu. Auch Kreisen und Segeln in größerer Höhe werden beobachtet. Der Vogel landet abschließend mit steil hochgereckten Flügeln meist auf einer Singwarte.


Rufe

Die typischen Flugrufe sind ein hartes »kjückjükjük« oder »kjü-kjü-kjü« (c R2), 1- bis 8-silbig, meist aus 4-5 Silben bestehend, und erinnern an das harte Lachen des Grünspechts; sie verklingen nicht wie beim Rotschenkel, sondern alle Elemente sind gleich laut und betont. Im fliegenden Trupp rufen mehrere Individuen durcheinander. Bei Störung im Brutrevier hört man lange Reihen schnell und gleichmäßig wiederholter, sehr harter »tjük« (b R1) oder »tschipp«. Daneben besteht ein umfangreiches und variables Repertoire weiterer Rufe, die z. T. heiser oder kreischend klingen oder sich überschlagen.


Verwechslungsmöglichkeit

Die mehrsilbigen Rufe sind hart, auf gleicher Höhe bleibend, beim Rotschenkel [167] dagegen eher weich verklingend.