Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Muscicapidae – Schnäpper-Verwandte

399 Teneriffa-Rotkehlchen

Erithacus superbus

E Tenerife Robin
F Rougegorge de Ténérife

vogel

Kennzeichen

Gew. unbekannt. Die Rotkehlchen der zentralen Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria haben ein abweichendes Aussehen und Verhalten. Auch wegen der genetischen Distanzen werden die Teneriffa-Rotkehlchen als eigene Art behandelt. Die Rotkehlchen von Gran Canaria verdienen wegen ihrer genetischen Eigenständigkeit ebenfalls eigenen systematischen Status als Unterart Erithacus [s.] marionae, doch scheint sich das in Gestaltmerkmalen und den Lautäußerungen noch nicht niederzuschlagen. Der Kehl- und Brustlatz der Teneriffa-Rotkehlchen ist stärker farbgesättigt: eher ein kräftiges Brandrot als das Rostrot der kontinentalen und westkanarischen Vögel. Auch das Braun der Oberseite ist kräftiger und nicht so stark olivgetönt. Das Auge trägt einen geschlossenen hellen Ring.


Verbreitung und Lebensraum

Der Vogel kommt nur auf Teneriffa vor, mit einer Schwesterpopulation auf Gran Canaria. Er bewohnt den Lorbeerwald und seine Randformationen sowie das Kulturland, seltener den Nadelwald.


Gesang

Der Gesang wirkt getragen und »feierlich«, aber ganz andersartig als beim Rotkehlchen, langsamer und nicht perlend. Die Strophen sind sehr kurz (nur 1,3 s gegenüber 2,4 s beim Rotkehlchen) (a G1 Teneriffa, b G2 Gran Canaria), sie bestehen oft nur aus 2-3 gleichartigen Motiven (c, d). Insgesamt ist der Gesang weniger formenreich, pro Strophe kommen im Schnitt nur 3,7 verschiedene Elementtypen vor, beim Rotkehlchen mehr als 8. Auffallend sind die häufigen sehr hohen Elemente mit Tonsprüngen, daneben Phrasierungen. Die Strophen enthalten oft sehr gut erkennbare Imitationen, z. B. von Gesang oder Rufen der Teneriffameise (c R1) oder des Kanarengirlitz.


Rufe

Die Rufe sind ebenfalls anders als die von kontinentalen Rotkehlchen: ein kurzes, wiederholtes, aber nicht zum längeren Schnickern gereihtes sehr hohes »zik«(e R1). Der Ruf wird einzeln, häufig auch in Zweier- oder Dreiergruppen vorgetragen R2. Er liegt zwischen 6 und 8 kHz, die Rufe von Rotkehlchen zwischen 2 und 6 kHz. Er wird ebenfalls mit erregtem Knicksen geäußert. Beim Rotkehlchen gibt es zwar ähnliche Rufe ebenfalls, aber selten.


Verwechslungsmöglichkeit

Kontinentale Rotkehlchen [398] ziehen manchmal auf Teneriffa durch, sind aber meist stumm.