
388 Zwergschnäpper
Ficedula parva E Red-breasted Flycatcher
F Gobemouche nain

Kennzeichen
Gew. 10 g. Dieser kleine Vogel wird im Laubdach der Bäume leicht übersehen. Ältere haben eine rote Kehle und Brust, die nicht so ausgedehnt und intensiv gefärbt ist wie beim Rotkehlchen. Durch die artspezifischen weißen Markierungen seitlich an der Schwanzbasis sind die Vögel leicht unterscheidbar. Vorjährigen sowie den fehlt die rote Kehl- und Brustfärbung, manche haben das Rot nur an der Kehle. Beim Schwanzstelzen und im Flug wird das weiße Schwanzsignal sichtbar. Nahe verwandt ist der asiatische Taigaschnäpper F. albicilla, der als eigene Art abgetrennt worden ist.
Verbreitung und Lebensraum
Im Osten bis an den Ural verbreitet, erreicht die Art in Mitteleuropa die Westgrenze ihres Verbreitungsgebiets. Die Vögel ziehen im Winter südostwärts nach Südasien. Sie bewohnen in Europa hochgewachsene Laubwaldbestände mit geschlossenem Kronendach, oft auf feuchtem Untergrund. Sie sind Höhlenbrüter.
Gesang
Die Strophen sind reintonig und abfallend, nicht ganz unähnlich einem Fitis-Gesang. Den lauten, wohlklingenden Strophen von 3-4 s Dauer gehen oft etwa 10 »zit«- oder »zri«-Rufe voraus, die anfangs sehr leise bis unhörbar sind, dann lauter werden. Der erste Strophenteil besteht meist aus einer Serie von bis zu 7 gleichartigen »tvi«-Elementen (a G1). Im zweiten Teil folgen bei absinkender Tonhöhe zwei mehrmals abwechselnde Elemente »dlü-tvi-dlü-tvi« (a G1) oder »didle-didle...« oder »eida-eida...«, vergleichbar dem Gesang des Trauerschnäppers, aber ruhiger und mit vollem Ton. Die dritte Phrase ist eine weiter absinkende Folge voll klingender Elemente »dlü-dlü...«. Manchmal wird die Strophe vor ihrem Ende abgebrochen. Jedes verfügt über mehrere Strophentypen. Der Gesang wird von trockenen Ästen im Stammbereich aus oder im Kronenbereich der Bäume vorgetragen. Dabei hebt der Vogel den Kopf und zeigt die Kehle. Oft schiebt er zwischen die Strophen Fang- oder Revierflüge ein. Manchmal erfolgt leiser, imitationsreicher Subsong, gelegentlich Herbstgesang.
Rufe
Bei Störung bringen sie ein kurzes wohlklingendes »düli« (c R1), abweichend von dieser Umschreibung nur ein (zweiteiliges) Element. In anderen Teilen des Verbreitungsgebiets (albicilla?) ertönt anstelle dessen ein »hib-ü«, das oft anhaltend wiederholt wird. Sonst vernimmt man als allgemeinen Erregungsruf häufig einen hohen, um 8 kHz oder darüber liegenden »zit«- oder »zri«-Ruf (b R1), der auch der Gesangsstrophe vorgeschaltet wird. Daneben gibt es ein kurzes zaunkönigartiges Schnurren »tzrr«, bei stärkerer Erregung schärfer und länger »tzrrrr«, verbunden mit Flügelzucken und Schwanzstelzen.
Instrumentallaute
Schnabelknappen tritt beim Beutefang auf.
Verwechslungsmöglichkeit
Die »zri«-Rufe können mit denen von Grauschnäppern [387] verwechselt werden.

Familie Muscicapidae – Schnäpper-Verwandte
- 386 Heckensänger
- 387 Grauschnäpper
- 388 Zwergschnäpper
- 389 Trauerschnäpper
- 390 Halsbandschnäpper
- 391 Halbringschnäpper
- 392 Blaumerle
- 393 Steinrötel
- 394 Braunkehlchen
- 395 Kanarenschmätzer
- 396 Schwarzkehlchen
- 397 Pallasschwarzkehlchen
- 398 Rotkehlchen
- 399 Teneriffa-Rotkehlchen
- 400 Blauschwanz
- 401 Sprosser
- 402 Nachtigall
- 403 Rubinkehlchen
- 404 Blaukehlchen
- 405 Hausrotschwanz
- 406 Gartenrotschwanz
- 407 Isabellsteinschmätzer
- 408 Wüstensteinschmätzer
- 409 Zypernsteinschmätzer
- 410 Steinschmätzer
- 411 Maurensteinschmätzer
- 412 Balkansteinschmätzer
- 413 Nonnensteinschmätzer
- 414 Trauersteinschmätzer