

457 Bluthänfling
Carduelis cannabina E Linnet
F Linotte mélodieuse

Kennzeichen
Gew. 21 g. Dieser Finkenvogel ist kleiner als ein Sperling, ein vorwiegend braun gefärbter Vertreter mit kurzem Kegelschnabel. Ausgefärbte im Prachtkleid haben eine rote Brust, roten Oberkopf und Stirn, einen grauen Nacken und einen warmbraunen Rücken. Flügel- und Schwanzfedern sind jeweils beidseitig weiß gesäumt. Der Schnabel ist braungrau, nicht gelblich wie beim Berghänfling. Das und auch noch die vorjährigen sind ohne Rot und stärker streifig. Die Vögel sind sehr gesellig. Im Winter treten sie in dichten, wendig fliegenden Trupps auf. Bezeichnend ist ihr ausgeprägter Bogenflug.
Verbreitung und Lebensraum
Bluthänflinge sind Jahresvögel in Mitteleuropa und den Mittelmeerländern sowie auf den Kanarischen Inseln; östlich reicht ihr Vorkommen bis Westsibirien und Turkestan. In Südskandinavien und Osteuropa sind sie Sommervögel. Sie bewohnen offenes, gebüschreiches Gelände, gern Wacholderheiden, Weinberge, aber auch Gartenanlagen, wo sie in dichten Koniferen brüten. Die mitteleuropäische Population ist stark im Rückgang.
Gesang
Der Gesang ist strophig bis annähernd kontinuierlich, oft kurz abgebrochen (a G1). Eine Strophe beginnt häufig mit Serien von abgewandelten Rufelementen wie »gigigi...«, die in langer Folge und sich beschleunigend aneinandergereiht werden können. Danach folgt ein eiliges Gemisch von Kurzlauten mit Trillern und gedehnten Elementen unterschiedlicher Tonhöhe, die mehr oder weniger angenehm rein bzw. nasal-geräuschhaft klingen. Bestimmte sich wiederholende Strophentypen sind erkennbar, doch folgt der Wechsel ziemlich häufig und das Repertoire an Typen ist groß. Meist wird der Gesang von einer Warte aus vorgetragen, gelegentlich im Flug oder Singflug. Herbst- und Wintergesang sind selten und variabler; auch die singen.
Rufe
Im Abflug oder Flug rufen sie »gegege«, beschleunigt »gegegigigi« oder »djek-djek«, nicht so hart wie beim Bergfinken, aber härter als beim Berghänfling. Die Flugrufe sind ansonsten kurz und hart und meist mehrsilbig, auch wie »pitít«, mit Betonung auf der zweiten Silbe R3. Sie können auch länger gereiht werden, z.B. auch oft ausgeprägt vor Beginn des Singens. Bei Störung erklingt ein gedehntes, durchdringend-nasales »düje«, »glü« oder »iih« (b R1), auch im Wechsel »djü tschrr« (c R1). Gegenüber einem Bodenfeind äußern sie ein nasal herabgezogenes »djäe«, bei aggressiver Auseinandersetzung ein hartes wiederholtes »dsrr...«. Daneben bestehen andere Rufe wie »zia«. Bettelnde Jungvögel rufen beständig »tjui-tjui...«, »tjep-tjep...« (d R2) o. ä.
Instrumentallaute
Im Abflug entsteht kurzer und hart burrender Flugschall.

Familie Fringillidae – Finkenvögel
- 439 Buchfink
- 440 Teydefink
- 441 Bergfink
- 442 Kernbeißer
- 443 Hakengimpel
- 444 Gimpel
- 445 Wüstengimpel
- 446 Karmingimpel
- 447 Girlitz
- 448 Kanarengirlitz
- 449 Bindenkreuzschnabel
- 450 Kiefernkreuzschnabel
- 451 Fichtenkreuzschnabel
- 452 Grünfink
- 453 Stieglitz
- 454 Zitronenzeisig
- 455 Korsenzeisig
- 456 Erlenzeisig
- 457 Bluthänfling
- 458 Berghänfling
- 459 Alpenbirkenzeisig
- 460 Taigabirkenzeisig