



112 Sperber
Accipiter nisus E Sparrowhawk
F Épervier d'Europe

Kennzeichen
Gew. 150 g, 290 g. Der Sperber sieht wie eine verkleinerte Ausgabe des Habichts aus. Seine Größe entspricht etwa der eines Turmfalken; das ist deutlich größer als das . Kennzeichnend sind die kurzen runden Flügel und der lange, dunkel quergebänderte Schwanz. Das im Alterskleid ist oberseits dunkelblaugrau, das mehr braun. Die Unterseite ist beim roströtlich, beim grau quergebändert (»gesperbert«). Die Füße sind gelb, die Läufe sehr lang. Der Flug ist wendig, der Streckenflug wird mit wenigen schnellen Flügelschlägen und längeren Gleitstrecken vollzogen. Der Sperber rüttelt nicht, er kreist aber. Er erbeutet Kleinvögel im Überraschungsangriff nach gedecktem Anflug. Wie die meisten Greifvögel ist die Art ungesellig, auch während des Zuges.
Verbreitung und Lebensraum
Der Sperber tritt als Strich- bzw. Zugvogel in fast ganz Europa auf, dazu in Nordwestafrika, Vorderasien und Mittelasien, auch auf den Kanarischen Inseln. Er bewohnt gut gegliedertes, flaches oder bergiges Gelände und brütet gern in Fichtenstangen-Gehölzen. Als hochrangiges Endglied von Nahrungsketten ist er durch sich anhäufende Pestizide besonders gefährdet. Manchmal fällt er auch dem Habicht zum Opfer. Häufige Todesursache ist der Anflug an Glasscheiben und andere Hindernisse in Ortschaften.
Stimme
Bei Störung am Horst äußert er anhaltende, mit einem tieferen Vorlaut beginnende spitze »tjik tjik...«- (a R1) oder »ke-gigigi...«-Rufreihen. Sie enthalten zwischen 10 und 37 rasch aufeinander folgende Elemente, sodass man sie nicht mitzählen kann. Die Tonlage ist beim etwas höher als beim . Die gleiche Rufreihe in etwas verlangsamter Form ist im Paarkontakt zu hören, wobei zuweilen beide Partner gleichzeitig im Duett rufen. Ähnlich ruft das wenn es mit Beute ins Revier einfliegt. Während des Schauflugs (Girlandenflug) lässt es ein weicheres, nach oben gezogenes »gjü-gjü...« oder »kji-kji...« hören. Flügge Jungvögel tun ihren Standort mit ständigem, lautem »kjih kjih...« kund (b R2), wobei die Einzelrufe meist in gleichförmigen Abständen 2-5 Mal gereiht werden. Diese gedehnten Rufe sind zuweilen so dünn und scharf, dass sie von ferne an die Standortlaute eben flügger junger Waldohreulen erinnern. Nestlinge rufen hell »ki-kji-kji...«, klagend breit »wäh-wäh...« oder gedehnt und absinkend »wiie-wiie...«. Die Vögel sind im Winter und während der Wanderung meist stumm.
Verwechslungsmöglichkeit
Die Rufe sind denen des Habichts [111] ähnlich. Das Lahnen von Jungvögeln kann aus der Ferne an Standortlaute junger Waldohreulen [240] erinnern.

Familie Accipitridae – Habicht-Verwandte
- 095 Bartgeier
- 096 Schmutzgeier
- 097 Wespenbussard
- 098 Schlangenadler
- 099 Mönchsgeier
- 100 Gänsegeier
- 101 Schelladler
- 102 Schreiadler
- 103 Zwergadler
- 104 Steinadler
- 105 Habichtsadler
- 106 Kaiseradler
- 106a Spanischer Kaiseradler
- 107 Steppenweihe
- 108 Kornweihe
- 109 Wiesenweihe
- 110 Rohrweihe
- 111 Habicht
- 112 Sperber
- 113 Kurzfangsperber
- 114 Rotmilan
- 115 Schwarzmilan
- 116 Seeadler
- 117 Raufußbussard
- 118 Mäusebussard
- 119 Adlerbussard