

471 Zwergammer
Emberiza pusilla E Little Bunting
F Bruant nain

Kennzeichen
Gew. 16 g. Die kleinste europäische Ammer erreicht etwa die Größe eines Bluthänflings. In ihrer Färbung ist sie braunstreifig, ähnlich einem Rohrammer-. Scheitel- und Nackenstreif sowie Wangen sind aber hell rotbraun mit schwarzer Begrenzung, außer zur Kehle hin. Die Strichelung der Unterseite ist scharf gezeichnet. Weiße Schwanzkanten und zwei helle Flügelbinden fallen auf. Die Beine sind rötlich bis fleischfarben. Das ist ein wenig schlichter als das . Der Vogel erscheint im Flug klein und gedrungen sowie relativ kurzschwänzig.
Verbreitung und Lebensraum
Die Zwergammer tritt als Sommervogel in Nordrussland und Sibirien auf, sie erreicht auch den Norden Fennoskandiens. In Mitteleuropa ist sie seltener Gast zu den Zugzeiten. Anscheinend ist sie in westlicher Ausbreitung begriffen. Bei allen in Mittel- und Westeuropa einzeln angetroffenen osteuropäisch-asiatischen Ammern ist auch zu berücksichtigen, dass es sich um Volierenflüchtlinge handeln kann. Die Zwergammer überwintert in Südostasien. Sie bewohnt im Brutgebiet Gebüsch und unterholzreichen Birkenwald sowie lichte Taiga, gern nahe von Gewässern und Mooren.
Gesang
Die kurzen wohlklingenden Strophen dauern zwischen 1,4 und 2,2 s, mit Pausen von ca. 4-12 s (a G1). Die Strophe beginnt oft mit einer Folge gleichförmiger Elemente, setzt sich variabler oder auch mit anderen Phrasen fort, z. B. »zwi zwi zwi zwiihdi-di« (vgl. G2). Sie erinnert z. T. etwas an den Gesang des Ortolans und der Weidenammer, nimmt im Strophenbau eine Zwischenstellung ein: Die Anfangsphrase kann hoch beginnen (wie beim Ortolan) oder tief (wie bei der Weidenammer). Die Strophe kann hoch oder tief enden, im letzten Fall häufig mit kaum mehr hörbaren, ausklingend leisen Elementen. Der Strophenablauf ist etwas holprig durch den Wechsel zwischen den Phrasierungen, kurzen oder trillerartigen langen Einzelelementen und unterschiedlich langen Pausen innerhalb der Strophe. Jedes verfügt über mehrere verschiedene Strophentypen. Die Strophen werden nicht selten abgebrochen. Der Vogel singt von einer Warte aus.
Rufe
Bei Störung äußern sie ein kurzes, teils metallisch scharfes »zik« (b R1) oder »zjä« (c), viel kürzer und härter als bei der Rohrammer; es tritt auch gereiht auf und erinnert an Kernbeißer-Rufe. Dabei wird in der Erregung der Schwanz ruckartig gespreizt. Daneben existiert ein gedehntes »ziih«, wohl ein Luftfeindalarmruf.
