
470 Rohrammer
Emberiza schoeniclus E Reed Bunting
F Bruant des roseaux

Kennzeichen
Gew. 19 g. Bei dieser sperlingsgroßen Ammer ist das im Prachtkleid mit schwarzem Kopf sowie weißem Halsband und Bartstreif ausgestattet. Im Winter und Frühjahr sind die Kontraste durch Federsäume bedeckt. Der Rücken ist warmbraun mit dunkler Streifung. Die weißen Schwanzkanten werden bei Erregung durch ruckartiges Schwanzspreizen demonstriert. Beim hebt sich dunkles Ohrgefieder von der hellen Umgebung ab. Ihm fehlt die schwarz-weiße Kopfzeichnung des . Der Flug ist unstet und nervös flatternd. Die Vögel sind wenig gesellig.
Verbreitung und Lebensraum
Die Rohrammer ist Sommervogel in ganz Europa mit Ausnahme Islands und von Teilen Italiens. Es gibt zunehmende Überwinterungstraditionen in Mitteleuropa. Die Vögel bewohnen vorwiegend größere Schilfbestände, aber auch niedrige Stauden- und Strauchvegetation auf feuchtem oder trockenem Untergrund, hier vor allem zur Zugzeit.
Gesang
Er besteht aus einfach aufgebauten, tschilpenden Strophen, z. B. »djip djip djipip tiö tetet«, »zip zip tetete-tet twink ät« oder »zip zip tschräp zie«; er setzt sich oft aus nur drei verschiedenen Elementtypen (a G1, c G3) zusammen. Er wirkt etwas stotternd (»Ich sing schlecht«). Jedes Individuum singt nur einen Strophentyp, bricht diesen aber oft vor dem Ende ab, je nach Grad eines Störereignisses. Die Nachbarn singen individuell verschieden, stimmen aber in einzelnen Elementen überein, abhängig von der Distanz zwischen ihnen. Lokale Dialekte sind möglich und wurden bei Standvögeln in England beschrieben. Ein Sänger der Unterart reiseri in NE-Griechenland singt kompliziertere Strophen (b G2). Fremdimitationen kommen vor. Bekannt ist auch das Kontersingen von Nachbar- mit ähnlichen Strophentypen. Zuweilen bzw. bei manchen gehen Strophen ineinander über, sodass der Gesang kontinuierlich wirkt. Die singen von einem Schilfhalm oder einer anderen Warte aus.
Rufe
Am häufigsten rufen sie ein hohes reines und absinkendes »ziü« (e R2), tiefer als der Luftfeindruf vieler Singvögel. Das Absinken der Tonhöhe ist für das Gehör wenig auffällig. Diesen Ruf äußern sie im Flug wie auch im Sitzen. Zusätzlich hört man von ihnen bei Störung ein gedehntes unreines »tschö«, »psä« oder »zjü« (d R1), oft abwechselnd mit dem erstgenannten Ruf, oder eine dichte Reihung verschiedener Rufe (e R2). Beim Auftauchen eines Luftfeindes äußern sie ein hohes reines »siiih«. Bei der Begattungsaufforderung wiederholt das unter Flügelzittern ein »tsr tsr...«. Flügge Junge rufen rhythmisch ein spitzes »zit« (f R3).
Instrumentallaute
Flügelburren kann man beim Abflug vernehmen.
Verwechslungsmöglichkeit
Hohe, aber meist jeweils verschiedene »zii«- oder »ziü«-Rufe sind bei vielen Singvögeln verbreitet, vor allem als Luftfeindrufe. Siehe auch Beutelmeise [287].
