Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Emberizidae – Ammern-Verwandte

463 Grauammer

Emberiza calandra

E Corn Bunting
F Bruant proyer

vogel

Kennzeichen

Gew. 49 g. Die größte europäische Ammer kommt etwa einer Feldlerche gleich. Ihre Färbung ist unauffällig graubraun, mit dunkler Strichelung auf Ober- und Unterseite und feinen hellen Säumen an den Flügelfedern. Die Geschlechter sind gleich. Die Schwanzkanten sind nur schwach aufgehellt, nicht weiß wie bei den meisten anderen Ammerarten. Die blassrötlichen Beine hängen im Erregungsflug herab. Feste Paarbindung besteht bei den Vögeln neben Polygamie. Außerhalb der Brutzeit treten sie in Gruppen auf.


Verbreitung und Lebensraum

Grauammern sind vorwiegend Jahresvögel in Mittel- und Südeuropa, den Atlasländern, Kleinasien und weiter östlich, kommen aber auch auf den Kanarischen Inseln vor. Als Bodenvögel sind sie weitgehend Bewohner der Kultursteppe. Sie bevorzugen warmes, trockenes, ebenes oder hügeliges Gelände. Lokal sind sie noch sehr häufig, auch wieder zunehmend, in weiten Gebieten Mitteleuropas fehlen sie jedoch bzw. sind ausgestorben.


Gesang

Sehr charakteristisch sind die Strophen des Motivgesangs. Sie beginnen mit einzelnen, kurzen Eingangs-elementen, die unter Beschleunigung wiederholt werden. Daran schließt sich ein mehrteiliges, misstönendes, schrilles Klirren an, das an einen geschüttelten Schlüsselbund erinnert: »pit-pitpitpit...schnirrps« (a G1, b G2). Jedes Individuum verfügt über zwei oder mehr verschiedene, erregungsabhängige Strophentypen. Die Eingangselemente variieren, sie können auch tonal klingen. Die Dialekte verschiedener Populationen unterscheiden sich vor allem in diesen Elementen (a, b). Der Gesang wird frei sitzend von einer Warte aus, besonders einem Leitungsdraht, einer Baumspitze, einem Zaunpfosten oder einer Staude in regelmäßigen Intervallen vorgetragen. Während der Strophe ist der Schnabel wie bei allen Ammern weit aufgesperrt und der Kopf wird in den Nacken gelegt. Bei Störung werden die Strophen abgebrochen (b G2). Im Herbst hört man wispernden Subsong, außerhalb der Brutzeit auch Chorgesang aus kurzen Elementen.


Rufe

Als Flugruf verwenden sie ein kurzes »zrick«, »pit« (d R2) oder »tp«, in lauter und schneller werdender Reihung »tp-tip-tipp«, die auch bei Flugbereitschaft geäußert werden, also vor dem Abflug. Im Flug äußern sie sie in kleinen Serien von 2-3 Elementen. Im Klang ähneln sie in manchen Fällen den einleitenden Elementen der Strophe. Sie erinnern auch an die Flugrufe der Goldammer. Bei Störung im Brutrevier reagieren die Vögel mit anhaltend wiederholten einzelnen Rufen wie »bschii« (c R1) oder »jüir«, die wenig zu variieren scheinen. Flügge Jungvögel äußern als Standortlaut ein schnell wiederholtes »tsrip« R3.


Verwechslungsmöglichkeit

Die Feldlerche [305], die im gleichen Lebensraum vorkommt, singt zwar auch manchmal von einer Warte aus, jedoch kontinuierlich und nicht strophig wiederholt.