

426 Baumpieper
Anthus trivialis E Tree Pipit
F Pipit des arbres

Kennzeichen
Gew. 22 g. Diese Art ist nahe verwandt mit Wiesen- und Waldpieper: ein schlanker Pieper mit gelblicher Grundfärbung. Die dunkel gestreifte Brust ist vom hellen Bauch abgesetzt. Der Vogel ist einem Wiesenpieper sehr ähnlich, aber die Grundfärbung ist gelblicher, die Kralle an der Hinterzehe kurz. Er sitzt häufig auf Bäumen. Unterschiede zum Waldpieper siehe dort [425].
Verbreitung und Lebensraum
Er ist als Sommervogel in Mittel- und Nordeuropa sowie weit nach Asien hinein verbreitet, in Südeuropa in den Gebirgen. Er bewohnt lichte Wälder, Waldlichtungen und trockene Heiden mit einzelnen Bäumen. Die Bestände in Mitteleuropa sind stark zurückgegangen, in vielen Gebieten ist der Baumpieper ausgestorben.
Gesang
Längere Strophen sind aus mehreren verschiedenen, ausgedehnten Phrasen zusammengesetzt (a G1) (beim Waldpieper kürzere Phrasen). Gegen Ende folgt ein auffälliges, durchdringendes »sie-sie...siie« (a G1, zweite Zeile) oder »zia-zija-zija-...«, v. a. zum Abschluss von Singflügen. Ein Teil der Phrasen besteht aus imitierten Elementen nach artfremden Vorbildern (z. B. Buchfink). Deutliche Dialektbildung ist bekannt. Bei Störung und im Wartengesang werden die Strophen oft kurz abgebrochen G2, oft schon nach 1-2 Phrasen. Der Gesang wird von einer Warte auf einem Baum aus oder im Singflug vorgetragen. Beim Singflug steigt der Vogel zunächst stumm auf und beginnt kurz vor dem höchsten Punkt mit der Strophe. Charakteristisch ist die Absinkphase mit gehobenem Schwanz und fallschirmartig ausgebreiteten Flügeln. Die Gesangsstrophe überdauert oft die Landung mit bis zu drei Phrasen.
Rufe
Im Flug, auch als Zugruf, äußern sie ein meist etwas absinkendes, unreines »psie« (c R2), beim Abflug mehrfach gereiht. Bei Aggression rufen sie »psit« (d). Bei Störung am Nest reagieren sie mit einem anhaltend wiederholten, kräftigen »zit« (b R1) oder »psüt«. Gegenüber einem Bodenfeind am Nest wird ein hohes, leises »sisi...« z. T. lang gereiht.
Instrumentallaute
In der frühen Steigphase des Singflugs sind Flügelschlaggeräusche zu vernehmen.
Verwechslungsmöglichkeit
Ziehende Baumpieper sind nach ihren heiseren, etwas absinkenden Zugrufen recht gut zu identifizieren.

Familie Motacillidae – Stelzen
- 422 Spornpieper
- 423 Kanarenpieper
- 424 Brachpieper
- 425 Waldpieper
- 426 Baumpieper
- 427 Petschorapieper
- 428 Wiesenpieper
- 429 Rotkehlpieper
- 430 Bergpieper
- 431 Strandpieper
- 432 Gebirgsstelze
- 433 Zitronenstelze
- 434 Wiesenschafstelze
- 435 Maskenschafstelze
- 436 Aschkopf-Schafstelze
- 437 Bachstelze
- 438 Trauerbachstelze