Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Phylloscopidae – Laubsänger

326 Tienschan-Laubsänger

Phylloscopus humei

E Hume's Yellow-browed Warbler
F Pouillot de Hume

vogel

Kennzeichen

Gew. 7 g. Diese Art ist dem Gelbbrauen-Laubsänger sehr ähnlich und manchmal am Gefieder nicht unterscheidbar, v. a. im Frühjahr. Im frischen Herbstgefieder sind die Vögel oberseits etwas matter und grauer grün, Überaugenstreif, Kopfseiten, Hals und Brust sind mehr beige, die obere Flügelbinde verwaschener, Schnabel und Beine oft dunkler.


Verbreitung und Lebensraum

In Mitteleuropa ist der Vogel seltener Gast, vor allem im Spätherbst, in jüngerer Zeit etwas zunehmend. Früher ist er sicher oft mit anderen Laubsänger-Arten verwechselt worden und deshalb unerkannt geblieben. Als Brutvogel ist er von Nepal bis in die Mongolei verbreitet, es gibt kein europäisches Brutvorkommen. Er brütet in lichten Bergwäldern, vor allem im Nadelwald, bis zur Waldgrenze und in der Krummholzstufe. Er hält sich vom Boden bis in das Kronendach in den verschiedensten Vegetationsschichten auf. Oftmals zeigt er sich wenig scheu.


Gesang

Wie beim Bergfinken besteht der Gesang hauptsächlich aus einem hohen, durchdringenden und langgezogenen abfallenden Element wie »ts tsiiiieeee« (a G1). Dieses erinnert klanglich an den kürzeren Zugruf der Rotdrossel [385]. Diese Gesangsform hört man im Brutgebiet vor allem zu Anfang der Saison. Später dominieren Folgen rufähnlicher Elemente, meist zweifach wie »visu visu« (c G2). Dazu gibt es folgende Varianten, die früher als Rufe aufgefasst wurden: »tsel«, »tserrö« oder »wiil-ju«, auch aufsteigend wie »tsilip« oder dreiteilig »zipzipzip« (z. T. ähnlich Bachstelze; vom Gelbbrauen-Laubsänger deutlich verschieden). Dieser Gesang wird in langen lauten Folgen unter Flügelschwirren von den Spitzen der Tienschanfichten aus vorgetragen. Individuelle Unterschiede lassen sich erkennen. Der Gesang nimmt nach der Verpaarung ab. Er stellt das beste Unterscheidungsmerkmal zum Gelbbrauen-Laubsänger dar.


Rufe

Die Rufe sind weich, meist deutlich zweisilbig und herabgezogen wie »tsilip« oder »tsiluit« (b R1), sie erinnern bisweilen an Sperlingsgesang. Diese Rufe sind in der Regel einzeln zu hören, nicht paarweise wie die variablen Elemente des zweiten Gesangstyps. Angesichts eines fliegenden Flugfeindes können sie aber auch schnell hintereinander und in Reihen (bis neun Mal) hervorgebracht werden. Manchmal wird auch nur der erste Teil »tsi« gerufen, häufiger zwischen die Gesangselemente eingeschoben.


Verwechslungsmöglichkeit

Bei den nicht singenden Ausnahmegästen sind die Rufe hilfreich für die Bestimmung.