Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Phylloscopidae – Laubsänger

320 Zilpzalp

Phylloscopus collybita

E Chiffchaff
F Pouillot véloce

vogel

Kennzeichen

Gew. 8,3 g. Diese Schwesterart des Fitis ist oft schwer zu unterscheiden, außer durch die Stimme. Der Vogel wirkt aber kürzer und weniger schlank sowie im Allgemeinen nicht so gelb, sondern mehr grau (außer Jungvögeln). Die Füße sind meist dunkel, beim Fitis hornfarben. Es besteht eine kurze Handschwingenprojektion. Das Verhalten ist rastlos, der Vogel schlägt häufig mit dem Schwanz nach unten.


Verbreitung und Lebensraum

Der Zilpzalp ist Sommervogel in weiten Teilen Eurasiens, aber südlicher verbreitet als der Fitis: er erreicht nicht Nordskandinavien, dafür im Süden Nordgriechenland und Italien. Im Süden ist er Jahresvogel, in klimamilden Regionen Mitteleuropas besteht eine zunehmende Tendenz zum Überwintern. Als Lebensraum wird ähnlich wie beim Fitis Wald mit Laubholzanteil bevorzugt, aber in älteren und weniger lichten Beständen. Die Vögel singen oft in den Kronen. Wo beide Arten um Raum konkurrieren, scheint der Fitis zu dominieren.


Gesang

Die Strophen sind von variabler Dauer. Sie bestehen aus einer monotonen, anhaltenden Folge von Einzelelementen wie »zilp« und »zalp«; jeder Sänger verfügt aber über deutlich mehr als zwei verschiedene Elemente (»zelp«, »zlp«) (a G1). Zu Beginn einer Strophe werden oft Folgen von harten »trt«- oder »tret«-Elementen eingeschoben, die bei gesteigerter Erregung vermehrt auftreten und die Intervalle zwischen den Strophen so ausfüllen, dass eine annähernd kontinuierliche Lautäußerung resultiert. In Strophendauer und -variation gibt es Unterschiede zum Gesang von Iberien- [323] und Kanarenzilpzalp [321]. Beim Singen wird im Takt der Elemente der Schwanz nach unten geschlagen. Der Gesang wird von einem erhöhten Sitzplatz, nicht im Flug vorgetragen. In Mitteleuropa ist ausgedehnter Herbstgesang häufig. Gelegentlich auftretende Mischsänger, die sowohl den Gesang des Fitis als auch den des Zilpzalp beherrschen bzw. beide zu einer Form kombinieren, haben sich in der Regel als Fitisse herausgestellt. Mischsänger entstehen wahrscheinlich dann, wenn das junge nicht rechtzeitig ein arteigenes Gesangsvorbild zur Verfügung hat.


Rufe

Der allgemeine Erregungsruf »hüid« (b R1) wird nahezu einsilbig von Anfang an hochgezogen und klingt durch Obertöne etwas nasal. Beim Fitis dagegen ist der entsprechende Ruf zweisilbig und klingt rein wie »huit« oder »hooid«. Manche Individuen oder Populationen des Zilpzalps rufen auch mehr zweisilbig, mit vorgesetztem hohem Kurzelement "zihüid" (b R2). Der Taigazilpzalp [322] und der Iberienzilpzalp [323] rufen dagegen »hiid« oder ähnlich. Man vergleiche auch die anderen Zilpzalparten. Bei aggressiven Auseinandersetzungen erklingt ein schneller, stimmloser Triller wie »ditztz...«. Im Herbst, teilweise auch im Frühjahr sind oft ohne erkennbaren Anlass anhaltende Reihen von Rufen (»Rufgesang«) zu hören. Manche Vögel rufen auch unrein »sfie« oder »psi« (d R3); andere ein anhaltend wiederholtes »ziüd«; vielleicht herbstliche Durchzügler oder Gäste aus fremdem Dialektgebiet. Jungvögel rufen etwas unrein »psri« (f R4) oder »wii«, später »wiu«.


Instrumentallaute

Schnabelknappen wird beim Insektenfang und bei aggressiven Auseinandersetzungen (e IL) hörbar, hier verbunden mit dem Erregungsruf »hüid« (vgl. b R1).


Verwechslungsmöglichkeit

Der nah verwandte Fitis [319] singt völlig anders, auch die Rufe lassen sich für den Geübten unterscheiden. Fremde Zilpzalparten singen oft nicht und lassen sich am ehesten an den Rufen erkennen.