


316 Berglaubsänger
Phylloscopus bonelli E Westen Bonelli's Warbler
F Pouillot de Bonelli

Kennzeichen
Gew. 9 g. Der Berglaubsänger ist oberseits grauer als der Waldlaubsänger, mit ebenfalls seidenweißer Unterseite, aber weißlicher Kehle. Der gelbliche Bürzelfleck ist nicht immer gut zu erkennen. Gelbe Säume der Armschwingen bilden ein helles Feld. Die Schirmfedern sind hell gesäumt.
Verbreitung und Lebensraum
Die Verbreitung ist auf die Alpen, Südwesteuropa und die westlichen Mittelmeerländer beschränkt. In Mittel- und Westeuropa besteht eine Tendenz zu nordwärts gerichteter Ausbreitung. Er bevorzugt lichte Kiefern- und Mischbestände an sonnigen Berghängen mit Steppenheide, im Gebirge bis zur Baumgrenze. Wo die Lebensräume zuwachsen, verschwindet die Art.
Gesang
Ein kurzes, 0,5-1,2 s dauerndes, schwirrendes Trillern aus 9 ± 2 Elementen (a G1) wird mit erhobenem Kopf vorgetragen. Die Elemente innerhalb einer Strophe sind alle gleichartig. Sie sind komplizierter gebaut und die Intervalle zwischen den Elementen sind größer als beim Waldlaubsänger, daher wirkt der Gesang langsamer. Es gibt aber verschiedene Tempi und Tonlagen. Der Gesang ist ohne die für den Waldlaubsänger typische Beschleunigungsphase am Strophenbeginn. Jedes verfügt über mehrere (ca. 4; a) verschiedene Strophentypen, die in raschem Wechsel gesungen werden. Der Gesang wird von Warten im mittleren und im Kronenbereich der Bäume aus vorgetragen, nicht im Singflug. Er kann im Verlauf der Brutzeit variieren (»Frühjahrsgesang« einerseits klappernde Triller, andererseits etwas stotternde Reihen, »Sommergesang« mit härteren, schärferen Elementen und deutlich schnelleren Schwirrstrophen). Im Sommer werden teilweise nur noch Einzelstrophen mit größeren Intervallen gesungen.
Rufe
Der arttypische Erregungsruf ist ein weiches, im Unterschied zu Fitis und Zilpzalp deutlich zweisilbiges »düid« oder »ho-ihd« bzw. ein knapp dreisilbiges, an- und absteigendes »düíe« (b R1). Zuweilen klingt es abweichend wie »piuid« oder »tüt«. Oft, zur Zugzeit wie im Brutgebiet, wird es in langen monotonen Serien geäußert. Bei territorialen Auseinandersetzungen erklingen 2- bis 3-fach gereihte scharfe und kurze »prist«-Rufe, manchmal verkürzt zu »pit«. In der gleichen Situation bei großer Erregung hört man auch rufartige Einzelelemente aus dem Gesang. Vor der Begattung vernimmt man vom »düi«, vom »dju«. Ein gegriffener Vogel ruft wiederholt »chöd«.
Verwechslungsmöglichkeit
Die Art ist nächstverwandt mit dem Balkanlaubsänger [317], die Rufe sind aber gänzlich verschieden. Der Gesang erinnert von Ferne an Strophen der Zaunammer [466] und der Klappergrasmücke [351]. Die Strophen sind aber kürzer und nicht so schwirrend wie bei der Zaunammer. Vgl. auch die Gesänge von Balkan- und Wanderlaubsänger [328].

Familie Phylloscopidae – Laubsänger
- 315 Waldlaubsänger
- 316 Berglaubsänger
- 317 Balkanlaubsänger
- 318 Dunkellaubsänger
- 319 Fitis
- 320 Zilpzalp
- 320a Bergzilpzalp
- 321 Kanarenzilpzalp
- 322 Taigazilpzalp
- 323 Iberienzilpzalp
- 324 Goldhähnchen-Laubsänger
- 325 Gelbbrauen-Laubsänger
- 326 Tienschan-Laubsänger
- 327 Grünlaubsänger
- 327a Wacholderlaubsänger
- 328 Wanderlaubsänger