

198 Dünnschnabelmöwe
Larus genei E Slender-billed Gull
F Goéland railleur

Kennzeichen
Gew. 290 g. Sie ist etwas größer, aber sonst ähnlich einer Lachmöwe, besonders im Flug: Der Handflügel weist ein deutliches weißes Keilfeld auf. Der Schnabel der Dünnschnabelmöwe ist aber kräftig, länger und dunkelrot (aus der Ferne schwarz), im Winter gelblich, bei Vorjährigen matt orange. Zur Brutzeit haben Altvögel rosa getöntes Brustgefieder. Jungvögel erkennt man an einem lichtbräunlichen Rücken, angedeutetem Ohrfleck und schwarzer Schwanzendbinde. Sie ist eine Zweijahresmöwe. Arttypisch ist die leicht vorgebeugte Haltung beim Schwimmen mit gesenktem Schnabel. Die Vögel sind gesellig, auch zur Brutzeit in kleinen Trupps anzutreffen.
Verbreitung und Lebensraum
Die Art ist ein lokaler Sommervogel des Mittelmeergebiets, vor allem im Osten, bis Nordindien und Westsibirien. Sie brütet in Flussdeltas und an Lagunen und streift im Winter umher.
Stimme
Die unerwartet rauen und sonoren Einzelrufe erinnern an diejenigen der Lachmöwe: »rep...« (b R1), »kwäg«, gedehnt »griiih«, »graah«, auch beim Jauchzen, das wie »groah-graah-graah-gwarr-gorr...« (a R1, R2) lautet. Bei diesem Imponierverhalten streckt sich der Vogel nach vorn oben, öffnet den Schnabel beim Rufen weit und streckt anschließend ohne Rufe den Kopf senkrecht nach oben. In der Kolonie hört man auch mehrsilbige »grägrä«, »kwakwa«, »wáwawa«, »gégegek« und jauchzend »gwäg gwäg«. Bei Alarm rufen sie schrill »kiu« oder heiser »chreh«, individuell variabel. Die Jungvögel betteln gedehnt jammernd »pie« oder »püie«. Im Frühjahr des zweiten Kalenderjahrs sind die Jungen noch nicht ausgefärbt und ihre Stimme ist auch noch piepsig im Vergleich zu den Altvögeln (c R3).
Verwechslungsmöglichkeit
Die Lautäußerungen von Dünnschnabelmöwe und Korallenmöwe [201] haben eine gewisse Ähnlichkeit im Klangcharakter, auch die der Lachmöwe sind ähnlich.
