Ordnung Strigiformes – Eulen
Familie Strigidae – Eulen

244 Waldkauz

Strix aluco

E Tawny Owl
F Chouette hulotte

vogel

Kennzeichen

Gew. 440 g, 560 g. Die mittelgroße, gedrungen gebaute Eule hat einen runden Kopf und dunkle Augen, ihr fehlen die Federohren. Das Gefieder ist grau oder braun marmoriert mit hellen Tropfenflecken in den Flügeldecken. Im Flug wirkt sie plumper, langschwänziger und breitflügeliger als die Waldohreule, ist aber sehr wendig. Junge im Dunenkleid sind quergebändert. Die Vögel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Bei Störungen an der Nisthöhle und beim Führen von Jungen sind sie auch dem Menschen gegenüber angriffslustig. Sie sind ganzjährig territorial und unverträglich, außer mit dem eigenen Partner und den Jungen. Auch gegen Angehörige anderer Eulenarten verhalten sie sich aggressiv, von Kleineulen werden sie gefürchtet.


Verbreitung und Lebensraum

Waldkäuze sind Jahres- und Standvögel von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis Großbritannien und Mittelskandinavien, im Osten bis Westsibirien. Ein getrenntes Areal besteht in Südostasien. Die Population ist vom Tiefland bis in die mittleren Gebirgslagen weit verbreitet. Sie bewohnen lichte Wälder und Gehölze, auch Parks mit Angebot an geräumigen Höhlen und Städte. Als Nahrungsgeneralisten erbeuten sie neben Kleinsäugern auch Vögel und Amphibien. Auch in der Brutplatzwahl sind sie vielseitig, sie brüten sogar in Gebäuden.


Gesang

Das bringt eine lang gezogene, heulende Strophe hervor, aus der Nähe mit okarinaartigem Klang. Auf ein gedehntes »huúuu« folgt nach kurzer Pause ein gestoßenes »u«, woran sich ein vollklingender, am Schluss verklingender Roller von 2-3 s Dauer anschließt; insgesamt wie: »huuuuu...u-u´u´u´u´u´u´u´u« (a G1). Die Strophenform ist aber erregungsabhängig. Das kurze »u« kann z. B. wiederholt werden, der anschließende Roller heiser klingen. Der Roller kann bei Begegnung der Partner, vor allem während der Balz, von beiden Geschlechtern geäußert werden. Der Gesang wird im Flug oder im Sitzen vorgebracht, vor allem im Herbst und im zeitigen Frühjahr. Man kann die an ihren Gesängen individuell erkennen. Sie werden häufig in Kriminalfilmen verwendet, um unheimliche Stimmung zu erzeugen. Das kann beim Nestzeigen und vor der Begattung auch trillerartigen kontinuierlichen Gesang »wuwuwuwu...« von etwa 3 s Dauer bringen.


Rufe

Der häufigste Ruf des in verschiedensten Situationen ist ein charakteristisches, lautes, dumpf oder schrill klingendes »kuwitt« (b R1) oder »kiuwitt«, das aber auch beim vorkommt. Bei Störung an der Bruthöhle reagieren sie mit einem bellenden »uett«, wiederholt oder strophig gereiht. Frisch ausgeflogene Junge rufen fast ständig in monotoner Folge zart und lang gezogen »szih«. Die Rufe der einzelnen Individuen sind auch später gut unterscheidbar. Nachfolgend entwickeln sie ein heiseres »kszik«, welches allmählich zweisilbig wird wie »pitjäh« (c R2) und über »kewick« (d) in »kuwitt« übergeht. Das lockt die Jungen mit kurzem »gu« oder »gü«. Waldkäuze sind ganzjährig ruffreudig. Sie reagieren auf Lautäußerungen anderer Eulen durch Annäherung.


Instrumentallaute

Der Flug ist geräuschlos. Bei Abwehr äußern sie Schnabelknappen.


Verwechslungsmöglichkeit

Das »kuwitt« des ist ausgeprägter und schärfer als die entsprechenden Rufe von Stein- [236] und Raufußkauz [235].