




286 Kolkrabe
Corvus corax E Raven
F Grand corbeau

Kennzeichen
Gew. 1200 g. Der größte europäische Rabenvogel und zugleich Singvogel ist an rabenschwarzem Gefieder, dem massigen Schnabel und dem beim Altvogel keilförmig geschnittenen Schwanzende kenntlich. Das Gefieder kann im Sommer zum Teil bräunlich ausbleichen. Der Ruderflug ist geradlinig, die Vögel segeln aber auch häufig und gut. Artistische Flugspiele der Partner können im Revier beobachtet werden. Meist treten die Vögel paarweise auf, an guten Nahrungsquellen, früher z. T. offenen Müllplätzen, auch in großen Gruppen. Kolkraben sind hochgradig intelligent und anpassungsfähig. In waldigen Revieren sind sie eher zurückhaltend und unauffällig, bei Verfolgung äußerst vorsichtig. Sie sind jedem menschlichen Feind leicht überlegen, aber auch Anlass zu beinahe beliebigem Aberglauben, der zu ihrer Verfolgung führt. Diese Einstufung geht von hoch angesehenem Götterboten bis zu verachtetem Jagdwild-Konkurrenten und Aasfresser.
Verbreitung und Lebensraum
Kolkraben besiedeln fast ganz Eurasien mit Ausnahme Südasiens und des nördlichsten Sibiriens, dazu Nordafrika und Nordamerika bis in die hohe Arktis. Sie bewohnen dementsprechend als Jahresvögel die unterschiedlichsten Lebensräume von arktischen Küsten über offenes Waldland bis hin zu den Alpen und den mediterranen Gebirgen, Steppen und Wüsten. Sie sind zurzeit in Mitteleuropa, wo die Bestände weiträumig ausgerottet worden waren, durch Schutz fast überall wieder in Ausbreitung und Zunahme begriffen.
Gesang
Wie bei anderen Rabenvögeln gibt es bei ihnen ein leises Geschwätz aus vielfältigen Lautformen, einschließlich Schnabelknappen, Schnalzen, Knarren, Gurgeln und Ähnlichem. Imitationsbegabt ahmen sie in Zoos und Tiergärten die menschliche Sprache nach und verblüffen immer wieder die überraschten Besucher.
Rufe
Im Flug äußern sie meist 2-4 Mal gereiht oder auch einzeln ein tiefes gurgelndes »grok« (a R1), »graak«, »kark« oder »kroar«, dazwischen zuweilen »krök«, »gräb« oder »kok«, viel tiefer und voller als die Rabenkrähe. Daneben beherrschen sie vielfältige andere Rufformen, z.B. auch ein durchdringendes, hölzern bis beinahe metallisch klingendes »klong« oder »going«, stimmlose »k-k-k-k«-Folgen und »hahuhu...«-Laute (e R5). Sie können (auch in menschlicher Obhut) erlernte Laute zweckdienlich anwenden, d. h. damit den Partner rufen. Bei balzenden Flugspielen geben sie ein schnell gereihtes »krokro...« oder »kroak kroa kr krk krk...« (c R4) von sich. Beim Hassen auf einen Greifvögel hört man ein anhaltend wiederholtes kurzes helles »kra kra...« (b R3) o. ä. Ein flügger Jungvogel bettelt mit »rrrrrk...« (d R2), im Flug mit einem hellen, einsilbigen »rääe« R6.
Instrumentallaute
Der pfeifend-wetzende Flugschall ist nur auf kurze Entfernung hörbar. Dazu gibt es gedehnten Flugschall bei rasanten Gleitphasen, wohl mit Signalwirkung. Schnabelknappen hört man im Gesang (vielleicht sind es auch vokal erzeugte Knappelemente).
Verwechslungsmöglichkeit
Im Flug werden individuelle Kurzrufe gereiht, keine Krährufe wie bei anderen schwarzen Rabenvögeln.

Familie Corvidae – Krähen-Verwandte
- 275 Alpendohle
- 276 Alpenkrähe
- 277 Elster
- 278 Eichelhäher
- 279 Unglückshäher
- 280 Tannenhäher
- 281 Blauelster
- 282 Dohle
- 283 Saatkrähe
- 284 Rabenkrähe
- 285 Nebelkrähe
- 286 Kolkrabe