



283 Saatkrähe
Corvus frugilegusVogel des Jahres 1986
E Rook
F Corbeau freux

Kennzeichen
Gew. 470 g. In der Größe wie eine Rabenkrähe, weist die Saatkrähe jedoch einen charakteristisch eckigen Umriss mit struppig hervortretenden Hosen auf. Das Schwarz des Gefieders trägt einen bläulichen Glanz. Bei Altvögeln ist der Schnabelgrund mit der Kehle federlos und weißlich-grindig, bei Jungvögeln noch schwarz befiedert. Der Schnabel ist länger und schlanker als bei anderen Krähen und von mehr kegelförmiger Gestalt. Die Vögel brüten in Kolonien, sie treten auch außerhalb der Brutzeit fast immer in Trupps auf. Sie übernachten dann an Gemeinschafts-Schlafplätzen, nicht selten auch mit Dohlen vergesellschaftet.
Verbreitung und Lebensraum
Sie sind Brutvögel im nördlichen Mitteleuropa, in Großbritannien, Teilen Skandinaviens, dazu weiten Teilen Osteuropas und Asiens. Sie bewohnen offenes Flach- und Hügelland, vor allem landwirtschaftlich genutzte Gebiete mit einzelnen hochgewachsenen Wäldchen oder Parks, wo die Brutkolonien zu finden sind. Diese werden auch häufig mitten in Ortschaften begründet, etwa in Platanen von Parks und Schulhöfen. Ihre Ernährung ist vielseitig, auf Äckern suchen sie vorwiegend Kleintiere, nehmen aber auch Aas.
Gesang
Der eigentliche Gesang besteht in einem leisen und variablen Schwätzen ohne territoriale Bedeutung, mit kurzen und langen Krächzlauten und metallisch klingenden Elementen.
Rufe
Der häufigste Ruf ist ein sehr kennzeichnendes, tiefes, sonores und raues »korr« oder »krah...« (a R1), von Individuum zu Individuum in Tonlage und Klangfarbe etwas verschieden (c R3). Daneben gibt es auch dohlenartige »kjä« oder »kju« sowie verhaltenes »kürr« und »kjük«. Bei Jagereien ertönt ein hartes, tonloses »krrr«, u. U. häufig wiederholt. Nestjunge quietschen sehr laut, woraus sich später ein durchdringendes »rrra...« entwickelt (b R2). Die Stimmfreudigkeit der Jungvögel hat mit dem Koloniebrüten zu tun (c). Nestjunge Rabenkrähen (als territoriale Einzelbrüter) sind dagegen sehr leise.
Verwechslungsmöglichkeit
Die ausgewachsenen Jungvögel ähneln Rabenkrähen [284], haben aber andere Rufe. Saatkrähenrufe sind viel tiefer und sonorer als die von Raben- [284] und Nebelkrähe [285].

Familie Corvidae – Krähen-Verwandte
- 275 Alpendohle
- 276 Alpenkrähe
- 277 Elster
- 278 Eichelhäher
- 279 Unglückshäher
- 280 Tannenhäher
- 281 Blauelster
- 282 Dohle
- 283 Saatkrähe
- 284 Rabenkrähe
- 285 Nebelkrähe
- 286 Kolkrabe