
279 Unglückshäher
Perisoreus infaustus E Siberian Jay
F Mésangeai imitateur

Kennzeichen
Gew. 86 g. Unglückshäher sind kleiner als Eichelhäher, in der Färbung einheitlich graubraun mit etwas hellerer Unterseite. Flügel, Bürzel und Schwanzkanten leuchten im Flug auffallend fuchsig rot. Die Flanken sind ebenfalls rötlich getönt. Der Flug ist wie beim Eichelhäher. Die Vögel können meisenartig im Gezweig klettern, um z. B. Kiefernzapfen abzupflücken. In der Brutzeit sind sie heimlich, sonst bemerkenswert wenig scheu. Sie werden auch im Freiland bei Fütterung rasch handzahm. Sie sind überdies gesellig und treten meist in kleinen Verbänden mit Artgenossen auf.
Verbreitung und Lebensraum
Der Unglückshäher ist Standvogel in Nordskandinavien, Nordrussland und Nordasien. In Skandinavien ist er zuletzt häufiger geworden. Er lebt als Charaktervogel in der dunklen Fichtentaiga, in Zentral- und Ostasien auch in Gebirgslagen, wo Tannen, Lärchen und Kiefern beigemischt sind. Die Ernährung ist vielseitig. Er legt Nahrungsverstecke an, ähnlich wie der Eichelhäher. Er kommt in Russland und Sibirien regional im gleichen Lebensraum wie dieser vor. In Mitteleuropa ist er ein seltener Ausnahmegast.
Gesang
Der Gesang besteht in einem vielgestaltigen leisen Schwätzen mit miauenden, knackenden und trillernden Lauten (a G1, c G2) und guten Imitationen. Er ist vor allem zur Fortpflanzungszeit, aber auch sonst zu hören, selbst bei großer Kälte. Beide Geschlechter können singen. Die Vögel sind ganzjährig gesangs- und ruffreudig. Von den unten unter den Rufen aufgeführten Lautäußerungen klingen manche gesangsartig.
Rufe
Bezeichnend ist ein verhaltenes »tschär«, das sich in Abständen wiederholt. Im erregten Abflug klingt es schrill wie »skriii«. Daneben gibt es eichelhäherartig rätschende Rufe wie »chrä chrä« (c G2). Bei Störung sind »twuije« oder dreiteilig »wu-tjek-jek« zu vernehmen. Der Unglückshäher hat auch bussardartige Rufe im Repertoire wie der Eichelhäher, etwa wie »hijäh« oder »krijäh« (b R1, diese aber sehr schrill. Außerdem hört man Rufreihen wie »guk guk...«, hell keckernd »...kikäkäkä...« (d) oder wohlklingend »kjäk...« (e R2) o. ä., sowie weitere Imitationen, z. B. von der Rufreihe des Habichts. Vieles davon erweckt den Eindruck von Gesang. Bettelnde Nestjunge rufen gequetscht kreischend R3.
Instrumentallaute
Wahrscheinlich gibt es Schnabelknappen. Der meist langsame Flug ist nahezu lautlos.

Familie Corvidae – Krähen-Verwandte
- 275 Alpendohle
- 276 Alpenkrähe
- 277 Elster
- 278 Eichelhäher
- 279 Unglückshäher
- 280 Tannenhäher
- 281 Blauelster
- 282 Dohle
- 283 Saatkrähe
- 284 Rabenkrähe
- 285 Nebelkrähe
- 286 Kolkrabe