Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Alaudidae – Lerchen

305 Feldlerche

Alauda arvensis
Vogel des Jahres 1998

E Slylark
F Alouette des champs

vogel

Kennzeichen

Gew. 41 g. Diese häufigste Lerche Mitteleuropas ist ein Charaktervogel offenen Geländes. Sie ist größer als ein Sperling, Rücken und Brust sind braunstreifig, das Oberkopfgefieder ist zu einer schwachen Haube aufrichtbar, der Schnabel etwas abwärtsgebogen. Der gespreizte Schwanz zeigt weiße Außenkanten. Die Jungvögel wirken im Nestkleid stark geschuppt, mausern aber schon im ersten Jahr ins Alterskleid – wie auch die anderen Lerchen. Die Lerche zeigt sich im weichen Bogenflug. Außerhalb der Brutzeit bilden die Vögel Trupps.


Verbreitung und Lebensraum

Sie ist Sommervogel und Teilzieher in ganz Europa mit Ausnahme des höchsten Nordens, im Osten bis Japan und Nordostsibirien. Sie versucht in Mitteleuropa bei milder Witterung zu überwintern. Sie bewohnt Äcker und Grasland, auch bei feuchtem Untergrund. Als typischer Wiesenvogel ist sie bei uns in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft in starker Abnahme, in Teilgebieten schon ausgestorben.


Gesang

Der nicht in Strophen gegliederte Gesang besteht aus einem anhaltenden, schnellen Tirilieren und wird sehr häufig im Singflug vorgetragen. Er besteht aus trillernden Phrasen und anderen Lautformen, die häufig rhythmisch wiederholt werden (a G1). Manchmal eingeschobene, flötende Elementfolgen erweisen sich z. T. als deutliche Imitationen, z. B. von Rufen des Grünschenkels (a) oder des »kikiki« des Turmfalken. Der Singflug ist durch charakteristische schnelle Schläge der breiten Flügel gekennzeichnet. Der Vogel singt schon beim Aufsteigen, mit rufartigen Lauten beginnend, und bleibt minutenlang kontinuierlich singend in größerer Höhe, um dann fallschirmartig abzusinken oder steil herabzustürzen. Der Singflug kann bis zu einer halben Stunde lang andauern. Gegen Ende mischen sich in den Fluggesang mehr und mehr Flugrufelemente. Der Bodengesang ist ähnlich, aber meist kürzer. Zuweilen bringt ein Vogel anhaltenden Wartengesang. Auch Herbstgesang wird festgestellt. Die singen selten, leise und meist am Boden.


Rufe

Die Rufe sind vielfältig und variabel. Der Flugruf klingt hart und schmatzend wie »tschrl« (b R1 als Bodenrufe), »tschr« oder »tirriri« (c R2), aufgescheucht rufen die Vögel auch »trri-tu« oder »tschritju«, bei Störung scharf klagend »tjii« oder »zjih«, auf größere Entfernung klingt das gedämpfter und melancholisch absinkend wie »zie«. Daneben hört man ein weiches melodisches Trillern wie »trrü« oder »triih«. Bei Streitereien unter Artgenossen erklingen ein gedehntes, raues »wäd« und andere Rufe. Ein Jungvogel ruft nach Verlassen des Nestes abwärtsziehend »psie« (d R3).


Instrumentallaute

Der matte Flugschall ist nur aus der Nähe hörbar.


Verwechslungsmöglichkeit

Der schnell tirilierende, kontinuierliche Gesang mit Imitationen kann in den Steppen des Südens und Ostens mit dem von Kalander- [298] und Mohrenlerche [299] verwechselt werden.