Ordnung Charadriiformes – Wat-, Alken- und Möwenvögel
Familie Charadriidae – Regenpfeifer-Verwandte

148 Tundra-Goldregenpfeifer

Pluvialis fulva

E Pacific Golden Plover
F Pluvier fauve

vogel

Kennzeichen

Gew. 150 g. Diese Art ist dem Goldregenpfeifer sehr ähnlich, aber etwas kleiner und schlanker, mit etwas größerem Kopf und längerem Hals. Die Beine sind länger, die Flügel schmaler, der Schnabel ist etwas länger. Die Achselfedern sind graubraun und die inneren Unterflügel grauweiß, nicht weiß wie beim Goldregenpfeifer. Im Prachtkleid besticht der Vogel durch seine kontrastreiche Zeichnung, dabei ist der Rücken auf dunklem Grund grob gefleckt.


Verbreitung und Lebensraum

Als Brutvogel ist die Art in den Tundren des arktischen Sibiriens bis nach Westalaska verbreitet, in Mitteleuropa nur als gelegentlicher Gast im Spätsommer und Herbst. Dabei sind die Vögel eher auf Schlammflächen und an See- und Flussufern als auf Wiesen und Feldern anzutreffen. Das normale Überwinterungsgebiet liegt in Südostasien und Ostafrika.


Gesang

Dieser ist wohl kaum in Europa zu hören. Er besteht wie beim Goldregenpfeifer aus zwei unterschiedlichen wiederholten Motiven, die jeweils gereiht und im Singflug präsentiert werden. Das einfachere Motiv setzt sich aus einem kurzen »di« und einem gedehnten ansteigenden Flötenton »düwiid« (a G1) zusammen. Das komplexere Motiv besteht jeweils aus einem einleitenden »iid«, »wid« oder »wid-wid«, woran sich ein zusammengesetztes Element wie »wiuwid« anschließt (b G1).


Rufe

Die Rufe sind schärfer und härter als beim Goldregenpfeifer, z.B. im Flug ein schnelles, pfeifendes »tschü-it«, dem Ruf des Dunkelwasserläufers ähnlich. Dazu treten knapp einsilbige »dlit«, häufiger »dilit« oder »dilü« auf, endbetont und leicht ansteigend oder abfallend. Außerdem sind gedehnte »klü-ii« und »tschüiii-e« zu hören. Die Zweisilbigkeit der Rufe gilt als gutes Feldkennzeichen. Auf dem Zug erklingt ein flötendes »düh« wie beim Goldregenpfeifer oder abfallend gedehnt »dlüüe«. Im Brutrevier hört man hohe scharfe »diid« (c, d R1), bei Bewegung des Feindes mehrsilbige »düdilü« (e R1, f). Vielleicht sind diese Rufe teils mit oben genannten identisch. Bei großer Erregung bzw. im Abflug hören sich solche Rufe unrein trillernd wie »tü-trüü« (g) an.


Instrumentallaute

Ein wischender Flugschall ist zu hören.


Verwechslungsmöglichkeit

Die Rufe sind nicht so weich flötend wie beim Goldregenpfeifer [147], oft zweisilbig. Die Alarmrufe im Brutrevier ähneln denen des Kiebitzregenpfeifers [146].