Ordnung Gruiformes – Kranichvögel
Familie Rallidae – Rallen

137 Kleines Sumpfhuhn (Kleinralle)

Porzana parva

E Little Crake
F Marouette poussin

vogel

Kennzeichen

Gew. 50 g. Das Kleine Sumpfhuhn ist dem Zwergsumpfhuhn (Zwergralle) ähnlich, aber kleiner als die anderen Rallen. Die Art ist selten und unauffällig. Auffallend sind die große Handschwingenprojektion und der lange, spitz zulaufende Schwanz. Das ist im Unterschied zum Zwergsumpfhuhn oberseits matt olivbraun, meist ohne weiße Markierungen auf den Flügeldecken, und unterseits einfarbig blaugrau; dazu ist eine Querbänderung am Unterschwanz und den hinteren Flanken zu erkennen. Die Schnabelbasis besitzt einen roten Fleck, die Füße sind grünlich. Das sieht ganz anders aus, mit hell sandfarbener Unterseite und aufgehellter Kehle. Nur der Schnabel und die Füße gleichen dem . Jungtiere sind bräunlich, mit einer stärkeren Bänderung der Flanken. Die Art ist nicht gesellig, kommt aber lokal in hoher Siedlungsdichte vor. Zuweilen zeigt sie eine auffällig geringe Scheu vor dem Menschen.


Verbreitung und Lebensraum

Sommervogel der westlichen und mittleren Alten Welt; scheint in Mitteleuropa die Westgrenze seines geschlossenen osteuropäischen Verbreitungsgebiets zu erreichen. Die Art tritt lokal auch noch in Frankreich und Spanien auf. Sie bewohnt dichte Vegetation am Rand von Gewässern, auch von kleinen Tümpeln, sowie Schilfbestände bei genügend hohem Wasserstand. Sie kommt unter günstigen Bedingungen im gleichen Lebensraum wie Tüpfel- und Zwergsumpfhuhn vor.


Gesang

Der Gesang besteht aus Strophen mit deutlich abgesetzten Einzelelementen wie »gak« oder »gök«, auch knapp zweisilbig »guék« und »guök«, die unter Beschleunigung und in der Tonhöhe absinkend (»gok«) aneinander gereiht werden (»...gök-gök-gök - gok…«) (a G1). Er erinnert an das allmähliche und beschleunigte Fallen von Tropfen, klingt aber mehr quakend. Die Zahl der Elemente ist variabel. Die Elementfolge kann sich in ihrem Verlauf vorübergehend wieder verlangsamen, sozusagen auf einem früheren Stadium wieder einsetzen. Ein für andere Rallen typischer Triller am Ende fehlt. Der Gesang ist ganz anders als das trockene Knarren beim Zwergsumpfhuhn. Unverpaarte äußern wiederholte schnelle und laute Triller von etwa 1 s Dauer, die aus hohem Diskant absinken, wie »kikerr«, »kükrirrr« (b G2) oder »pep-perrr« oder knatternd »prürrr«. Sie werden auch wie »pöck pöck pörrr« beschrieben und wurden früher fälschlich als Gesang des Zwergsumpfhuhns aufgefasst.


Rufe

Altvögel rufen in Nestnähe als Alarmrufe hell und hoch »guig«, auch »wik-wik...« (c R1) und »duk-duk...«, daneben weicher »gü-gü...« (d R2). Für Störungssituationen wird ein scharfes oder auch weiches »kjug« oder »kju«, auch gereiht »twutt twutt...« beschrieben - vielleicht alles unterschiedliche Intensitäten. Die Klangfarbe ist beim auch wie »gek« und doppelsilbig »gigek« zu beschreiben. Bei Abwehr am Nest zischen oder fauchen sie. Jungvögel rufen anfangs heiser und hoch »tsije« (d R2), später »psüie« mit Stimmbruch.


Verwechslungsmöglichkeit

Der Gesang ist laut und recht bezeichnend.