



383 Wacholderdrossel
Turdus pilaris E Fieldfare
F Grive litorne

Kennzeichen
Gew. 103 g. Dies ist eine mittelgroße, kontrastreich grau und braun gefärbte Drossel mit auffälligem Verhalten und Rufen. Bei einem landenden Vogel leuchtet von hinten gesehen der hellgraue Hinterrücken signalartig auf. Im Frühjahr und Sommer brüten sie vorzugsweise in kleinen Kolonien, zur Zugzeit und im Winter treten sie meist in Trupps auf. Sie wehren Feinde (Greifvögel) durch gemeinschaftliche, schrille Ruf- und Kotattacken ab. Im letzteren Fall können die Gegner durchnässt und flugunfähig gemacht werden. Früher wurden Wacholderdrosseln als Krammetsvögel in speziellen Fanganlagen viel für den Verzehr gefangen. Heute noch werden die Wintergäste in Frankreich gefangen und zu Pastete verarbeitet.
Verbreitung und Lebensraum
Sie sind Zug- bzw. Jahresvögel in Mittel-, Nord- und Osteuropa sowie in Nordasien. Die Art dringt seit dem 19. Jahrhundert von Nordosten her als Brutvogel in Europa nach Westen und Süden vor. Die Vögel besiedeln Waldränder, Feldgehölze und Flussauen. Die Nahrungssuche findet meist am Boden statt, vor allem auf kurzrasigen Wiesen, z. B. auch auf Sportfeldern. Dort treffen sie mit Staren und Amseln zusammen. Sie verteidigen Nahrungsquellen wie einen Beerenstrauch oder einen Apfelbaum auch im Winter gegen Konkurrenten, solange der Boden schneebedeckt ist.
Gesang
Im Gegensatz zu ihren Verwandten fehlt dieser Art ein weit klingender flötender Motivgesang. Sie hat einen subsongartigen, anhaltenden und rasch schwätzenden Gesang, der trotz seiner harten bis schrillen Klangqualität verhältnismäßig unauffällig ist. In den Gesang sind oft abgewandelte Flugrufe »tschak« eingestreut. Er wird entweder von einem Baumsitzplatz in der Brutkolonie oder (meist) im horizontalen Singflug (a G1) auf dem Weg zu den Nahrungsplätzen oder bei der Rückkehr von dort vorgetragen. Daneben existiert ein leiser Subsong, auch als Chorgesang rastender Frühjahrstrupps, der strukturell dem Fluggesang ähnlich ist, immer wieder mit kräftig herausklingenden »tschak«-Lauten G2 durchsetzt. Zum Rufgesang s.u.
Rufe
Im Flug, v. a. beim Abfliegen nach einer Störung, lassen sie ein lautes und charakteristisches, meist mehrsilbiges Schackern wie »gag-tschak-tschak-ak-ak...« (d R1) erklingen. Diese strophigen Rufe können aber auch anhaltend und recht taktfest von einer Warte aus wiederholt werden (»Rufgesang«). Greifvögel, Krähen und andere Beutegreifer werden zur Brutzeit mit intensivem schnarrendem »trt-trt...« (R3, zweiter Teil) angehasst und verfolgt. Daneben beherrschen sie einen weichen, flötenden »djüd«- oder »wäid«-Ruf, auch wie »ziü« (b R1). Gegenüber Bodenfeinden äußern sie in der Kolonie ein dumpfes »dak«. Im Kontakt mit Artgenossen rufen sie amselartig »zri« (c). Die Standortlaute von Jungen nach Verlassen des Nestes klingen wie »dschreb-dschreb«. Dazu gibt es verschiedene weitere Ruftypen und -varianten R3, etwa ein scharfes »trit...« bei Alarmierung (e R2).
Instrumentallaute
Bei Abwehr verwenden sie Schnabelknappen.
Verwechslungsmöglichkeit
Der Gesang ähnelt dem Zwitschergesang des Pirols [267]. Sowohl der Gesang als auch die Rufe sind ansonsten so typisch, dass sie nicht mit Lautäußerungen anderer heimischer Drosseln verwechselt werden können.

Familie Turdidae – Drosseln
- 378 Misteldrossel
- 379 Ringdrossel
- 380 Amsel
- 381 Naumanndrossel
- 382 Bechsteindrossel
- 383 Wacholderdrossel
- 384 Singdrossel
- 385 Rotdrossel