Ordnung Passeriformes – Sperlingsvögel
Familie Passeridae – Sperlinge

418 Weidensperling

Passer hispaniolensis

E Spanish Sparrow
F Moineau espagnol

vogel

Kennzeichen

Gew. 28 g. Dieser Sperling ist bunter und kontrastreicher als der Haussperling: Oberkopf und Nacken sind rotbraun, der weiße Wangenfleck setzt sich klar gegen die schwarze Kehl- und Brustzeichnung ab, die gegen den Bauch schuppig ausläuft und in die schwarze Längsstreifung der Flanken übergeht. Auch der Rücken ist mit einem schwarzen Schuppenmuster gezeichnet. Die Flügel tragen einen hellen Armflügelstreif. Das und die Jungvögel sind schlicht wie beim Haussperling. Weidensperlinge sind gesellige Kulturfolger. Sie mischen sich in Teilen des Verbreitungsgebietes mit dem Haussperling. Aus solcher Mischung ist in erdgeschichtlicher Vergangenheit der Italiensperling (P. italiae [417a]) hervorgegangen.


Verbreitung und Lebensraum

Der Weidensperling ist Jahresvogel im westlichen Mittelmeergebiet außer dem festländischen Italien, auch auf den Atlantischen Inseln ist er häufig. Auf dem Balkan und in Kleinasien ist er Zugvogel. Man sieht hier »tagsüber ziehende dichte wogende Trupps mit zielgerichtetem niedrigem Flug« (Svensson). Die Vögel bauen kolonieweise auffällige Nester aus Gras und anderem Material in Palmen (span. Name »palmero«) und anderswo, auch in Gebäuden und in Storchennestern. Sie bewohnen offenes Gelände mit Gebüsch, Palmen und anderen Bäumen, gern Parks und Gärten. Sie sind aber nicht so an menschliche Behausungen gebunden wie der Haussperling, was sich schon an ihrer Wandertendenz zeigt.


Gesang

Das bringt lang anhaltende, kaum unterbrochene Serien von »tschilüp«-Rufen (a G1), die zum Teil etwas variiert werden wie »tschäji-tschäji-tschili-tschäji...«. Manche singen auch ständig zweisilbig »tschesi« oder »tsi-list«. In der Zweisilbigkeit deutet sich ein erster Unterschied zum Haussperling an. Die Klangfarbe ist volltönender, die Lautstruktur komplizierter als bei Haus- und Feldsperling. Schwätzend-eilig sind die Lautfolgen bei der Balz (b G2). Der Gesang ist hauptsächlich in der unmittelbaren Umgebung des Nestes zu hören.


Rufe

Die Rufe sind vielfältig und nicht von denen des Haussperlings zu unterscheiden. Im Flug rufen sie ein kurzes »dschwed«, bei Abflug auch »tschrdit« oder gereiht »ti ti...« (c R1). Das ruft anhaltend rhythmisch wiederholt »pschii«. Durch eine Störung wird erregtes Zetern »terr...« (d R2) oder »tetetet...« ausgelöst, das u. U. lange anhält und sich je nach Erregungsgrad im Tempo steigern oder abschwächen kann. Weitere Erregungsrufe sind beim »tük...«, beim »tsche...«. In der Brutkolonie herrscht ständiger spatzentypischer Lärm von Gesang und Rufen.


Instrumentallaute

Dumpfes Flügelburren ist bei An- und Abflug zu hören.


Verwechslungsmöglichkeit

Gesang und Rufe sind meist nicht von denen von Haus- [417] und Italiensperling [417a] unterscheidbar, der Gesang noch am ehesten anhand der ausgeprägten Zweisilbigkeit.