Ordnung Podicipediformes – Lappentaucher
Familie Podicipedidae – Lappentaucher

066 Rothalstaucher

Podiceps grisegena

E Red-necked Grebe
F Grèbe jougris

vogel

Kennzeichen

Gew. 800 g. Kleiner als der Haubentaucher, aber größer als die anderen Lappentaucher, ist dieser Taucher mit dickerem und kürzerem Hals ausgestattet als der Haubentaucher. lm Prachtkleid leuchtet der Hals rotbraun, im Winterkleid hellgrau mit weißem Saum. Wange und Kehle sind deutlich hell abgesetzt, die Wange ist aber hellgrau und weiß gesäumt. Der Kopf besitzt keinen hellen Überaugenstreif. Im gestreckten Flügel ist weniger Weiß zu erkennen als bei den anderen größeren Lappentauchern. Der Schnabel ist kurz dolchförmig, gelb mit dunkler Spitze, er wird oft etwas gesenkt gehalten. Die Geschlechter sind nicht unterschiedlich. Meist verhalten die Vögel sich einzelgängerisch wie die anderen Lappentaucher.


Verbreitung und Lebensraum

Als Sommervogel ist er in Mittel- und dem östlichen Nordeuropa, süd- und ostwärts bis Klein- und Mittelasien und ins Kaspigebiet verbreitet. Die europäischen Vögel überwintern im Bereich der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeergebiet. Die Brut wird im Schilfgürtel selbst kleiner Binnengewässer versteckt.


Stimme

Zur Brutzeit sind Rothalstaucher rufaktiv, in den übrigen Jahreszeiten aber meist stumm. In der frühen Fortpflanzungszeit dominiert im Paarkontakt mit Kopfschwenken ein durchdringendes, fohlenartiges Wiehern wie »urröö-urrööö...« (a R1), 4- bis 10-fach wiederholt, auch wie »uuuiii uik uik urröö...« (b); es erklingt auch bei Grenzstreitigkeiten. Es ist bei Nacht und Tag, zuweilen im Duett von zwei Vögeln gleichzeitig zu hören. Individuelle Unterschiede sind auffallend. Es entspricht wohl dem Gesang anderer Vogelarten. Es wird häufig durch ein anhaltendes, im Staccato erklingendes »ak-ak...«oder »ök ök...« (a R1) eingeleitet, das in 2- bis 5-silbige Phrasen gegliedert ist. Dabei ist das erste Element länger und stärker betont als die folgenden. Währenddessen schwimmen die Partner aufeinander zu und zeigen den Pinguintanz. Bei Störung äußern sie ein kurzes hartes »äck« oder »keck«, im Abstand von etwa 0,5 s R3. Bei Abwehr am Nest hört man ein schlangenartiges Zischen. Daneben treten weitere, teils lang gedehnte oder anhaltend wiederholte Rufformen wie »graah...« (d) auf, besonders im Paarkontakt. Jungvögel rufen kontinuierlich »bi bi bi...« oder »zipp zipp...«, beim Anbetteln des Altvogels schnell abwechselnd »ti ti tü ti tü...« (c R2).


Instrumentallaute

Das Spritztauchen gegenüber Feinden ist selten. Der Vogel flüchtet aber geräuschhaft im Fluglauf über das Wasser hin.


Verwechslungsmöglichkeit

Das gereihte, durchdringende Wiehern ist arttypisch, andere Rufe weniger.