Ordnung Gruiformes – Kranichvögel
Familie Otididae – Trappen

133 Großtrappe

Otis tarda

E Great Bustard
F Grande Outarde

vogel

Kennzeichen

Gew. 12 kg, 4 kg. Die Großtrappe ist ein sehr großer Laufvogel, der oberflächlich an ein großes Huhn erinnert. Das hat etwa die Größe eines Truthahns, das ist viel kleiner und weniger als halb so schwer. Die Farbgebung ist recht kontrastreich: Die Oberseite rostbraun und quergebändert, der Hals grau, die Unterseite hell, dazu ein ausgedehntes weißes Oberflügelfeld. Der Flug wirkt majestätisch und gänseartig, mit viel Weiß im Flügel. Die Art ist ganzjährig gesellig und zeigt eine spektakuläre Gruppenbalz.


Verbreitung und Lebensraum

Als gefährdeter Jahresvogel mit gelegentlicher Wandertendenz kommt sie in kleinen Reliktpopulationen von Spanien über Mitteleuropa bis Kleinasien und in weiten Teilen von Russland vor. Dabei bewohnt sie die Steppe wie auch die Kultursteppe.


Stimme

Auf Distanz wirkt die Großtrappe wenig ruffreudig; besonders die sind bei der Balz fast stumm. Die Tonaufnahmen stammen durchweg von Vögeln aus menschlicher Obhut - auch wegen der Scheu der Artgenossen im Freiland . Allerdings soll beim Aufblasen und Entleeren des Kehlsacks aus der Nähe dumpfes, leises Geräusch wie »umb«, »chaub« oder dumpf-explosiv »upp« hörbar sein. Ebenfalls aus der Nähe vernimmt man eine Anzahl verschiedener Laute und Instrumentallaute. In der Hauptsache gibt es einzelne kurze »gog« oder »gorr«-Laute, die in einer gedehnten und abfallenden Strophe »gogogogorrr gok« enden können (a G1 b G1 ). Diese Lautäußerung kann man am ehesten als Gesang auffassen. Auch das verfügt über diese aggressive Strophe wie (a G1), sie ist aber seltener zu hören, klingt hölzern, manchmal mit dem im Duett. Die Stimmlage ist beim tiefer als beim . Im Nahkontakt zwischen und tritt dazu noch ein verhaltenes Knurren auf. Bei der Abwehr lassen sie schnarchend-röchelnde Laute auf »ä« oder »ö«, mit weit geöffnetem Schnabel, z. B. »rääb rääb« (d R2) hören, beim Angriff drohendes Fauchen mit tiefem Staccato (c R1).Die Jungvögel sind eher stimmfreudig. Häufig ist in positiver Stimmung des Kükens ein weicher, wohlklingender Triller wie »ürrrr« oder »gügügügü« (g R4) von ca. 0,5 s Dauer zu hören, individuell unterschiedlich. Daneben ertönt heiser »chüb«, länger, höher und am Schluss leicht abfallend »chiiiüb« oder »djuhüüe« (f R3). Bei Gefahr oder Unwohlsein ist ein lang gedehntes Weinen »jüüüüüü« mit Tonsprüngen und Zweistimmigkeit (h R5) zu vernehmen.


Instrumentallaute

Beim Weiden hört man verhaltenes Schnabelknappen (e IL), deutlicher bei aggressivem Drohen gegen Artgenossen in Antifrontalstellung. Bei Aggression erzeugen die Großtrappen auch ein dumpfes alternierendes Trampelgeräusch, das bis zu etwa 1 min anhalten kann.



 

Familie Otididae – Trappen