Ordnung Gruiformes – Kranichvögel
Familie Gruidae – Kraniche

130 Jungfernkranich

Grus virgo

E Demoiselle Crane
F Grue demoiselle

vogel

Kennzeichen

Gew. 2500 g. Der Jungfernkranich ist kleiner und graziler als der Kranich. Der Vorderhals und das bartartig herabhängende Brustgefieder sind schwarz. Hinter dem Auge befindet sich ein verlängertes weißes Federbüschel. Die Schulterfedern überragen den Schwanz, aber nicht so buschig wie beim Kranich. Auf große Entfernung, besonders im Flug, sind die beiden Kranicharten schwer zu unterscheiden.


Verbreitung und Lebensraum

Als Sommervögel kommen Jungfernkraniche vom Schwarzmeer- und Kaspisee-Gebiet bis weit nach Mittelasien hinein vor. Die Überwinterung erfolgt in Indien und Afrika. Auf dem Durchzug können sie über dem östlichem Mittelmeer beobachtet werden. Der Lebensraum sind Steppen und Grasland in Wassernähe, aber auch Kulturland wird genutzt.


Stimme

Die Rufe wirken höher, härter und rauer als die des Kranichs, sie klingen ausgesprochen hölzern. Die Elemente sind kürzer. Ziehende Zugtrupps rufen ständig »krarrr« und »krirrr«, auf die Ferne ähnlich dem Kranich. Bei einem vorbei fliegenden Paar waren die Rufe der Partner verschieden (a R1). Die Rufe eines Paares in sozialer Situation aus der Nähe klangen wie »krerr« oder »krärr«, beim schwächer wie »krir«; sie werden von den Partnern auch in duettartiger Form vorgebracht. Ähnliche Laute sind »krao«, in der Tonhöhe abfallend, oder in individuellen Klangfarben wie »krrü« oder »krro«. Bei Störung lauten die Alarmrufe kurz und hart einsilbig wie »kra« (b R2). Man hat bei diesen Kurzlauten dem Klang nach den Eindruck, es handele sich um Instrumentallaute, doch wird der Schnabel beim Rufen nicht geschlossen, sondern geöffnet. Bei Abflugintention treten wieder Rufe wie »krerr« auf (c R3).



 

Familie Gruidae – Kraniche